Weil Krone und SN an dieser Stelle schon geteilt wurden, lass ich meinen Senf (Beitrag) zum Lewington-Urteil ebenfalls noch hier:
ZitatLangfristig wird sich die ICE jedoch an diesem Urteil messen lassen müssen
Um einmal auch was wirklich ernst gemeintes bezutragen, möchte ich diesen Satz aus deinem Artikel aufgreifen.
Messen lassen: Würde die Bestrafung marginal sein, zb. nur eine Geldstrafe, müsste sich die Liga auch daran messen lassen. Was wären die möglichen Konsequenzen, jetzt sowohl bezogen auf obszöne Gesten und der Unterstellung von Parteilichkeit?
a) mögliche Nachahmer & weitere Eskalation: Man könnte sich ermutigt fühlen, die Grenzen weiter auszuloten und zu überschreiten. Unsportliches Verhalten könnte sich ausbreiten. Und sind wir uns ehrlich, ein Mittelfinger oder ein Wort gehen wesentlich leichter von der Hand als die Aufforderung zu einem Faustkampf.
b) die Schiedsrichter haben es ohnehin nicht leicht. Alles wird übertragen, jeder Fehler in Zeitlupen zerklaubt. Es ist nicht so wie früher wo es nicht überprüfbare Tatsachenentscheidungen gegeben hat und sobald der Schiri in seinem Auto gesessen ist, war es vorbei. (Viveiros seine Aussagen würde ich jedoch auch noch nicht in dieses Eck der übermäßigen Kritik an der Unparteilichkeit stellen)
c) sind Dinge mal ausgesprochen oder Finger mal gezeigt, kann sich durch Wiederholungen eine gewisse Normalität einstellen. Wären diese Gesten normal wie ein Faustkampf beim Hockey, die Bestrafung würde auch niedriger ausfallen können. Diese Gesten sind verständlich in Einzelfällen, zur Normalität dürfen hier aber nicht Tür und Tor geöffnet werden.
d) Respekt voreinander und Respekt vor der Autorität am Eis kommt abhanden. Ja, es hat jetzt Viveiros erwischt, aber jemand hat den Holst gebracht. Der würde wahrscheinlich ohne Strafe im nächsten Spiel mit demselben Schiedsrichter Schlitten fahren und seine Spieler unter Umständen auch noch entsprechend instruieren. Das geht nicht.
Eine Liga hat nicht nur für die Sicherheit (Spieler) sondern auch für Stabilität (Lizenzverfahren) & Integrität (für Sponsoren & alle Stakeholder wie Fans etc.) zu sorgen. Eine Vermischung der Strafmaße ergibt alleine durch die unterschiedlichen Auswirkungen (ein Spieler, ein Verein oder ganze Liga) bzw der eishockeyspezifischen Sozialisation (respektvolle körperliche Auseinandersetzungen werden seit jeher hinterfotzigen feigen Aktionen vorgezogen) auch keinen Sinn.
Ich hätte mir aus diesen Gesichtspunkten, dass es die Integrität der Liga betrifft und nicht einzelne Spieler, für Lewington eine höhere Strafe erwartet, bin aber froh, dass es eigentlich in einem vernünftigen Rahmen geblieben ist.