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Die Verpflichtung von Raphael Herburger hat Aussagekraft
Analyse. Raphael Herburger, der sich aus Lugano verabschiedet hat, wird nach über zehn Jahren wieder das KAC-Dress tragen. Die Verpflichtung des 34-Jährigen sollte einiges in Bewegung bringen bzw. für diese sorgen. Eine Analyse.
Raphael Herburger hat in Lugano schon seine Sachen gepackt
In der Schweiz beginnt die Saisonplanung früher als anderswo. Das gibt Klubs wie Spielern Sicherheit. Der KAC scheint mit Raphael Herburger ebenfalls in diese Richtung zu gehen. Bereits 2021 kam das hartnäckige Gerücht auf, wonach der Vorarlberger spätestens in zwei Jahren wieder an den Wörthersee zurückkehrt. Eine dementsprechende Vereinbarung wäre hierzulande ein Novum. Die Finalisierung des neuesten Rotjacken-Deals erfolgte deutlich kurzfristiger.
Mit dem Abschied des vielseitigen Stürmers beim Schweizer Erstligisten Lugano, wo Herburger die vergangenen drei Saisonen engagiert gewesen ist, wurde das Thema "Rückkehr nach Kärnten" wieder akut. Wenngleich kurzzeitig auch der VSV die Augenbrauen hochgezogen hatte. Doch die erste Wahl schien für den ÖEHV-Stürmer immer der KAC gewesen zu sein. Aus gutem Grund: Befindet sich doch der Lebensmittelpunkt Herburgers in Klagenfurt (Freundin Anna arbeitet als Lehrerin). Selbst wenn sein vor zwei Jahren gekauftes Haus derzeit von Rotjacken-Kollegen Steven Strong bewohnt wird.
Sportlich gesehen erweist sich die Rückholaktion nach zehn Jahren als durchaus schlüssig. Herburger wurde bei Lugano durchwegs als Center eingesetzt, zuletzt in der vierten Formation. Dort ist er (wegen seiner Schulterprobleme) sicher besser aufgehoben, als am Flügel. Und auch wenn er mit 34 Jahren nicht mehr der Jüngste ist - Herburger bringt viel Dynamik, Athletik, Spielübersicht und offensive Skills mit. Obwohl sein Scoring in den letzten drei Jahren abgenommen hat: Herburger gilt als "good guy", wird respektiert, kann junge Spieler anführen, hat viel Erfahrung für heikle Situationen und bringt, wie man aus dem Nationalteam weiß, defensive Stabilität.
Und Stichwort Nationalteam ist vielleicht der entscheidende Punkt für die Rotjacken. Die moderne, attraktive Spielweise von Team Austria (ähnlich wird auch im KAC-Nachwuchs gespielt) dürfte für den Rotjacken-Trainer nicht nur als Orientierungshilfe dienen - es wird, was zu hören ist, auch der große Maßstab sein. Offenbar wünscht sich der Klub hier eine grundsätzliche Veränderung, was natürlich auch gegen die defensive Strategie von Trainer Petri Matikainen spricht. Für die neuen Anforderungen erweist sich Herburger als optimale, und vor allem heimische Ergänzung.
Viel Tiefe, wenig Risiko
Die Center-Position allgemein erhält bei den Klagenfurtern noch mehr Tiefe. Lukas Haudum ist vertraglich gebunden, sofern er nicht unmittelbar nach der WM in eine stärkere Liga wechselt (Ausstiegsklausel beinhaltet etwa SHL, Liiga, Schweiz). Die Verlängerung von Thomas Hundertpfund, eine der letzten großen, vielseitigen Klagenfurter Stützen, sollte aufgrund seines starken Finishs nur Formsache sein. Daniel Obersteiners Qualitäten wurden in den letzten Jahren offensichtlich falsch eingeschätzt, seine Stärken (Speed, Schuss) kamen nie zur Geltung.
Mit Lucas Lessio und Fabian Hochegger verfügt der KAC über weitere Optionen. Und wenn es um Verjüngung geht, stehen Luca Gomboc, Finn Van Ee oder Tobias Piuk parat. Bei Rok Tičar stellt sich die Frage, ob es General Manager Oliver Pilloni tatsächlich wagt, auf seinen Topscorer zukünftig zu verzichten (Ausstiegsklausel). Mit 43 Scorerpunkten fehlen dem Slowenen allerdings über 30 Punkte auf die Liga-Spitze.
Was macht Thomas Koch?
Noch nicht endgültig geklärt ist das Thema Thomas Koch. In den vergangenen zwei Spielzeiten plagten den KAC-Kapitän unglückliche Verletzungen. Von seiner letzten (Hand) hat er sich bis heute nicht erholt. Die Frage lautet, ob er unter diesen Umständen seine herausragende Karriere beenden möchte? Sofern fit, gilt er allerdings noch immer als einer der besten heimischen Center in der Liga. Oder hängt der 39-Jährige noch eine Saison an?
Fazit: Die Verpflichtung Herburgers hinterlässt keine großen Fragezeichen. Allerdings hat sie noch keine offenen Fragen beantwortet. Einiges wartet bei den Rotjacken auf Klärung. Das ist an den zukünftigen Trainer geknüpft. Aber auch, wie sich der KAC in der kommenden Saison präsentieren möchte. Trotz Verletzungsmisere das Halbfinale zu erreichen, verdient Anerkennung. Gehören nun schwerfällige (Heim-)Auftritte der Vergangenheit an?
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/sport/eishocke…l-Herburger-hat
Bis auf die Herburger Verpflichtung eine Reihe von Annahmen und die sogar eher mau argumentiert. Es spricht nix gegen das Spekulieren, ein bissl mehr Substanz wäre halt echt nicht schlecht.