Profieishockey in Feldkirch ist grundsätzlich möglich – aber realistisch gesehen nur mit einem großen Geldgeber, der bereit ist, das Thema dauerhaft zu tragen. Das war eigentlich schon immer so und wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern.
Das ist im Übrigen kein Feldkirch-spezifisches Phänomen. Man hat das in Vorarlberg schon mehrfach gesehen – zuletzt sehr deutlich auch in Dornbirn, als nach dem Ausstieg von Rauch nach rund zehn Jahren plötzlich sehr schnell sehr viel Realitätssinn eingekehrt ist.
Die Wahrheit ist ziemlich einfach (auch wenn sie nicht allen gefällt): Für Randsportarten wie Eishockey, Basketball, Volleyball oder American Football fehlen in der Region schlicht die Strukturen, um langfristig ohne Mäzenatentum sowohl sportlich konkurrenzfähig als auch finanziell stabil zu sein.
Der einzige Teamsport, der das in Vorarlberg halbwegs nachhaltig geschafft hat, ist der Fußball. Und da hat Altach vorgemacht, wie es gehen kann: kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur, breite Basisarbeit und eine klare Positionierung als Verein für das Land und nicht nur für ein Dorf. Heute ist Altach im Bewusstsein vieler längst der Stellvertreter für Vorarlberger Profifußball.
Eishockey hätte grundsätzlich durchaus das Potenzial, ähnliche Breitenwirkung zu erzeugen – das hat man eindrucksvoll beim Länderspiel gesehen. Über 3.000 Zuschauer bei einem sportlich völlig unbedeutenden Testspiel, Ticketpreise um die 40 Euro – das zeigt schon, dass Interesse da wäre.
Das Problem ist nur: Dieses Interesse lässt sich nicht nachhaltig in Vereinsstrukturen übersetzen, solange man weiterhin in alten regionalen Grabenkämpfen denkt. Nach dem Untergang der alten VEU ist es nie gelungen, einen echten „Verein für Vorarlberg“ zu etablieren. Dornbirn war im Oberland nie wirklich akzeptiert, Feldkirch im Unterland schon gar nicht.
Vielleicht ist das ehrlichste Szenario tatsächlich eines, das niemand aussprechen will: Eishockey in Vorarlberg funktioniert am ehesten als Team Vorarlberg an einem neutralen Standort. Alles andere bleibt lokal emotional aufgeladen – und sportlich wie wirtschaftlich ein Drahtseilakt.
Unterm Strich bleibt: Das Potenzial ist da. Die Leidenschaft auch. Aber ohne strukturellen Neustart bleibt es halt immer wieder das gleiche Muster – nur mit anderen Namen auf dem Trikot.