📨Leserbrief: Finale oder Familieduell?
Man stelle sich vor, das "Major League Soccer"-Finale würde von Lionel Messis Bruder gepfiffen. Oder ein Grand-Slam-Finale im Tennis von der Schwester einer der Finalistinnen. Undenkbar, oder? In der ICE Hockey League offenbar nicht. Denn während sich in jeder ernstzunehmenden Profi-Liga der Welt Unparteilichkeit und Objektivität nicht nur als Anspruch, sondern als Grundvoraussetzung verstehen, scheint im österreichischen Eishockey gelten zu dürfen: Hauptsache irgendeiner pfeift, auch wenn es der Bruder ist.
❓
Ich habe gehadert, ob ich dieses Thema überhaupt aufgreifen will, denn es ist so absurd darüber zu schreiben, ABER... Dass Andreas Huber, Bruder von Salzburg-Stürmer Mario Huber, ein Finalspiel zwischen dem EC KAC und EC Red Bull Salzburg leitet, ist kein schlechter Witz – sondern traurige Realität! Und es ist bezeichnend für eine Liga, die gerne professionell wirken möchte, es aber nicht einmal schafft, den Anschein von Interessenskonflikten zu vermeiden.
🙅♂️
Natürlich, der Schiedsrichter sei ein „Profi“, heißt es seitens der Liga. Man beobachte und bewerte die Leistungen der Referees laufend. Na wunderbar – dann kann man künftig ja auch Väter und Ehefrauen einsetzen. Hauptsache, sie haben einen guten Blick fürs Spiel.
🔎
Transparenz und Vertrauen sind die Eckpfeiler jeder Sportkultur. Und wenn selbst die Illusion von Neutralität bedenkenlos entsorgt wird, bleibt am Ende nur eines: ein Scherbenhaufen auf dem Eis und ein Haufen Erklärungen im Papierkorb.
🗑️
Da bleibt mir als Fan nur, artig in der Fankurve zu stehen, tief durchzuatmen und in Richtung Verband zu rufen:
"Pfeiffgeräusch! – Two minutes for littering.
Für den Müll, den ihr da fabriziert – und uns dann eiskalt als Spitzensport serviert!"
🚯