Die Kloten Flyers und ihr strukturelles Defizit. Ein Final, sechs Millionen
Yves Tardent, Kloten 4.9.2014, 17:20 Uhr Neue Zürcher Zeitung
Trotz der erfolgreichen Saison präsentiert sich die Rechnung für den Flyers-Eigentümer Philippe Gaydoul wie erwartet: Er muss 6 Millionen einschiessen. Das wird etwa so bleiben.Ob ein Eishockeyklub in der Nationalliga A Erfolg hat oder nicht: Er bleibt (in der Regel) defizitär. So ist das auch bei den Kloten Flyers. Zwar nahmen sie dank der Qualifikation für den Play-off-Final im Frühjahr mehr Geld ein (plus 1,3 Millionen Franken Matcheinnahmen), sie mussten gleichzeitig aber mehr Prämien auszahlen. Insgesamt stiegen allein die Lohnkosten (ohne Abgaben) der gesamten EHC Kloten Sport AG um über 2,2 Millionen Franken, wobei die Spieler im Vergleich zur Vorjahresperiode nicht mehr auf 15 Prozent ihres Lohnes verzichteten. Dazu wurde im Backoffice erheblich aufgerüstet. Jetzt hat nicht mehr nur der Sportchef, sondern auch der Marketingchef einen eigenen Assistenten.
Letztlich sind diese (Mehr-)Ausgaben Peanuts im Vergleich zu den Löhnen der Spieler, die die Erfolgsrechnung massgeblich belasten. Doch solange alle zwölf Klubs um die (zu) wenigen einheimischen Spieler buhlen, wird das so bleiben. Abhilfe schaffen würde nur die Reduktion der Liga auf zehn Mannschaften oder die Fokussierung auf Nebengeschäfte, wie es der SC Bern mit der Quersubventionierung durch seine vielen Restaurants macht. In Kloten redet man derweil von unausgeschöpftem Potenzial im Sponsoring. Dort liege noch mindestens eine halbe Million brach.
Umso wichtiger ist der Eigentümer Philippe Gaydoul, der sich wohl oder übel darauf einzustellen hat, jährlich 5 oder 6 oder wie viel Millionen Franken auch immer à fonds perdu einzuschiessen. Der Sport wäre unter den gegebenen Umständen sonst nicht finanzierbar. Billiger wird es nach der Verpflichtung der Topstürmer Denis Hollenstein und Peter Guggisberg für Gaydoul auch 2014/15 kaum. Auf einen vierten Ausländer wird jedoch (vorerst) verzichtet. Kaum Geld zu holen gibt es beim ehemaligen Präsidenten Jürg Bircher, gegen den nun auch die Flyers Strafanzeige eingereicht haben.
Der Tagesanzeiger schreibt:
http://www.tagesanzeiger.ch/sport/hockey/K…/story/17489579
das wird wieder für gesprächsstoff sorgen ![]()