Allein wenn man bedenkt, wie Bettman mauert und relativiert, wenn es darum geht, dass enforcer bzw. tough guys an multiplen Hirnschäden nach zahllosen Gehirnerschütterungen verstorben sind, ist klar, was für eine Gangart da von ganz oben vorgegeben wird. Es gibt ein massives Problem mit Schmerzmittelmissbrauch, psychischer Erkrankung und Drogenkonsum, um dem Druck so lange wie möglich stand zu halten, auch wenn der Körper längst andere Signale aussendet.
Es muss Spektakel am Eis sein, wenn du dir nicht jeden Abend die Rübe weich prügeln lassen willst, macht es der nächste aus dem farmteam, also stell dich nicht so an. Genauso die "highlight" checks, wo einem schlecht wird, wenn man die Kräfte bedenkt, die da auf Körper und Kopf einwirken, wenn zwei 90 Kilo Pakete in hohem Tempo aufeinander prallen.
Und dann bei den Gedenkfeiern und Begräbnissen wie bei Rypien, Probert, Boogard, Belak, Montador und Co. gibt es dann die große Pathos-show, um auf die Tränendrüse zu drücken und das Ami-Heldentum zu beschwören ("er hat im Kampf für uns alles gegeben").
Keine Ahnung, ob es überall im US-Profisport bzw. im Profisport generell so zugeht, aber im Grunde zeigt es, dass man in Bezug auf awareness und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen, Suchterkrankungen und/oder sexuellen Missbrauch noch immer im großen Totschweigen verharrt. Die werden von klein auf sozialisiert, dass sie "pussies" sind, wenn sie Schmerzen zeigen oder Schwächen zugeben, oben geht das so weiter, dass die zu Helden hoch stilisiert werden, die mit gebrochenen Knöcheln oder Symptomen von Gehirnerschütterungen "durchbeißen". Damit untersagt man ihnen das Recht auf Verletzungen, Übermüdungserscheinungen und ebnet dadurch den Weg psychische Erkrankungen und Selbstmedikation.