Zum allgemeinen Wohl stelle ich den Artikel hier rein, dann kann sich jeder selbst ein Bild darüber machen:
Dem heimischen Eishockey steht ein Riesenkrach bevor: Die Hälfte der Salzburger Teamspieler wird nach SN-Informationen die bevorstehende Eishockey-WM in Stockholm auslassen und das heimische Nationalteam damit de facto boykottieren.
Einige Topspieler von Red Bull Salzburg werden fehlen
Wie viele Spieler es genau sein werden, das wird sich zu Wochenbeginn zeigen: Da trifft sich das Nationalteam zur vierten Trainingswoche in Zell am See, wo kommenden Donnerstag (19 Uhr) Deutschland der Testspielgegner sein wird. Das Rückspiel steigt am Samstag, 26. April, in Rosenheim. Zehn Spieler und damit fast die Hälfte des Nationalteams stellte Eishockey-Meister Red Bull Salzburg im Vorjahr bei der so erfolgreich verlaufenen WM in Prag. Heuer werden es deutlich weniger sein, fixe Zusagen gibt es derzeit offenbar nur von Peter Schneider, Thomas Raffl, Lucas Thaler und Paul Stapelfeldt (wechselt fix zu den Graz 99ers). Topspieler wie Benjamin Nissner oder Mario Huber werden vermutlich fehlen. Auch wenn das nach außen hin mit Verletzungen, Überbelastung und familiären Gründen argumentiert wird, so ist es doch ein direkter Angriff auf Teamchef Roger Bader. Der Schweizer, der Österreich in der A-Gruppe etabliert hat, ist vielen ein Dorn im Auge. Seine Art und seine Taktik werden hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Wie der Verband auf den Boykott reagieren wird, ist derzeit auch unklar, eine Reaktion ist fast unausweichlich.
Pikante Situation um Teamkeeper Atte Tolvanen
Besonders pikant ist die Situation um Teamkeeper Atte Tolvanen. Der wurde auf Ersuchen des Verbandes und speziell von Bader im Vorjahr eingebürgert und wäre als Nummer eins bei der WM gesetzt. Nur: Seine Frau ist hochschwanger. Dem Keeper steht aber das Spiel seines Lebens bevor: Zur WM-Eröffnung trifft Österreich am 9. Mai auf Finnland, das heuer vermutlich mit dem NHL-Star Eeli Tolvanen (Seattle Kraken) anrücken wird - Attes jüngerem Bruder. Ob Tolvanen tatsächlich nur das eine Spiel machen und wieder abreisen kann, ist die heikle Frage, die Bader klären muss.
Verband steht unter Druck
Für den Verband, der erst vor wenigen Wochen seine finanziellen Probleme offengelegt hat und sich auch die aktuellen Teamcamps nur durch Auflösung von Rücklagen leisten kann, kommt die Sache zur absoluten Unzeit. Der Klassenerhalt in Stockholm ist auch aus wirtschaftlichen Gründen (über)lebenswichtig. In diesem Licht wird auch klar, warum Urgestein Brian Lebler mit 36 Jahren auf Wunsch von Bader sein Team-Comeback feiert. Lebler hat vor drei Jahren seine Teamkarriere beendet, um mehr Zeit für die Familie zu haben.
Positive Nachrichten für Verband
Es gibt aber auch positive Nachrichten für den Verband: Die Detroit Red Wings haben grünes Licht für eine WM-Teilnahme von Marco Kasper erteilt und Österreichs Damen sind erstmals in der Historie erstklassig.