Die aktuelle FC-Situation in Villach müssen sich meiner Meinung nach schon auch die „normalen“ Fans ein Stück weit selbst zuschreiben.
Ich habe bei den Fanclubs der letzten Jahre relativ gut mitbekommen, was sich die Verantwortlichen teilweise alles anhören und gefallen lassen mussten. Da ging es längst nicht mehr nur um sachliche Kritik an Stimmung, Organisation oder Support, sondern teilweise bis hin zu persönlichen Beschimpfungen – gerne auch von Leuten, die zwei, drei Bier zu viel hatten und dann meinten, einzelnen FC-Verantwortlichen persönlich die Schuld dafür geben zu müssen, dass die Villacher Stadthalle stimmungstechnisch nicht mehr das ist, was sie vielleicht einmal war.
Dabei darf man halt nicht vergessen: Das sind Leute, die ihre Freizeit investieren, sich um Auswärtsfahrten, Choreos, Support und zig andere Dinge kümmern und dafür im Endeffekt teilweise auch noch angefeindet werden – und vonseiten des VSV kaum Unterstützung oder Zuspruch bekommen haben.
Mich wundert es deshalb überhaupt nicht, dass sich diesen Aufwand und vor allem diesen ganzen Ärger irgendwann kaum noch jemand antun möchte. Das Ergebnis sieht man jetzt eben: Es fehlt zunehmend an wirklich gut organisierten, ernstzunehmenden Fanclubs, die dauerhaft etwas auf die Beine stellen können.
Da ist es mir zu einfach, heute nur auf die FCs zu zeigen und zu sagen, dass von denen zu wenig kommt. Ein entsprechendes Umfeld muss solche Strukturen halt auch ein Stück weit tragen – und nicht diejenigen vergraulen, die bereit wären, Zeit und Energie dafür zu investieren.
Und gerade einige dieser selbsternannten Stimmungsmacher sollten sich da vielleicht einmal an die eigene Nase fassen. In den letzten zwei, drei Jahren gab es im Steher immer wieder Kandidaten, die bei jeder Gelegenheit gegen die bestehenden FCs geschossen und den Eindruck vermittelt haben, sie wüssten ohnehin viel besser, wie man wieder Stimmung in die Halle bringt. Wenn dann versucht wurde, mit eigenen „Projekten“ zu zeigen, wie es angeblich besser geht, ist davon meistens auch nicht besonders viel übrig geblieben. Am Ende hat sich damit eigentlich nur gezeigt, dass es wesentlich leichter ist, bestehende Strukturen zu kritisieren, als selbst dauerhaft etwas Funktionierendes auf die Beine zu stellen.