Wallisch gibt nicht nach....
Streit um VSV-Funktionen | Jetzt spricht das Land ein Machtwort
Die Streitigkeiten um den VSV erhitzt die Gemüter und sorgt zusehends für Kopfschütteln. Landessportdirektor Arno Arthofer meldete sich zu Wort. Und will, dass wieder der Sport im Vordergrund steht.
Von Martin Quendler | 11.36 Uhr, 21. Dezember 2018
Der Status quo beim VSV: Geschäftsführer und Vorstand Ulf Wallisch verweigert nach wie vor seinen Rücktritt. Die "Putsch-Gruppe" um Andreas Schwab, Christian Kresse sowie Peter Peschel stellt ein Ultimatum nach dem anderen. Besonders das Tempo, das die Interessensgemeinschaft hinsichtlich VSV-Übernahme vorgibt, sorgt allerorts für Erstaunen. Und dazu kämpft Wallisch mit einem Schicksalsschlag im engsten Familienkreis. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Woche bei den Blau-Weißen noch lange nachhallt.
Eine ablehnende Haltung zu den Vorgängen um den VSV hat mittlerweile auch das Land Kärnten eingenommen. Landessportdirektor Arno Arthofer ist empört. "Alle sollen endlich ihre persönlichen Befindlichkeiten hinten anstellen und gemeinsam im Sinne des VSV sowie des Kärntner Eishockeys arbeiten." Gleichzeit will er mit einem aufkeimenden Gerücht aufräumen, wonach es Unregelmäßigkeiten in der Verwendung der Fördergelder gegeben hätte: "Wir haben heute alles geprüft. Sachlich und rechnerisch wurden die Förderungen wie vorgesehen verwendet."
Die VSV-Streitigkeiten haben unterdessen auch das Sportministerium erreicht. Der Zubau bzw. Umbau der Stadthalle Villach könnte betroffen sein. In einer Erklärung von Sektionsleiter Philipp Trattner soll ein möglicher Wechsel der VSV-Führung bereits berücksichtigt sein. "Sollte es zu einer Übergabe kommen, müssen die Projekte neu bewertet werden", heißt es da. Arthofer dementiert jedoch, dass die Bautätigkeiten an der Person Ulfried Wallisch per se geknüpft seien. "So ein Zugeständnis wäre fahrlässig."
Wie erfolgt ein VSV-Vorstandwechsel?
Der aktuelle Vereinsregisterauszug des VSV zeigt, dass Peter Peschel noch als Vorstandsmitglied geführt wird. Die Möglichkeit besteht jedoch, dass er seine Drohung wahr gemacht hat, und seine Agenden bereits zurückgelegt hatte. Für eine diesbezügliche Stellungnahme war Peschel noch nicht zu erreichen. Allgemein sieht das Vereinsrecht vor, dass es mindesten drei Vorstände geben müsse. Sollten Sandra Kreiner und Reinhard Grüner nun ebenfalls zurücktreten, hätte Wallisch die Möglichkeit in einer außerordentlichen Generalversammlung (Formalakt), zwei kooptierte Vorstände zu benennen. Somit würde er mindestens bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung im Amt bleiben. Und selbstverständlich Geschäftsführer.
Eine Absetzung ist daher nur möglich, wenn Wallisch aus eigenen Stücken abtritt. Das bezweifelt jedoch auch Arthofer, aus den Eindrücken, die er in den letzten Tagen gewonnen hatte. Die Gruppe Schwab/Kresse/Peschel stimmte am Donnerstag zwei Bedingungen von Wallisch zu: Finanzielle Entlastung für GmbH und Verein. Sowie ein sauberer Abgang. Doch das vorbereitete Rücktrittsschreiben wurde vom VSV-Geschäftsführer nie abgeschickt...
VSV-Vereinsregisterauszug Foto © Kleine Zeitung
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/sport/eishocke…d-ein-Machtwort