Artikel über Kasper und Theirichs ALPS Debut:
Erster Einsatz von Marco Kasper|In Fassa wurde ein neues Kapitel KAC-Geschichte geschrieben
Rotjacken-Talent Marco Kasper (15) gilt als heiße Eishockey-Aktie. Mit dem Farmteam feierte er und Maximilian Theirich (16) Debüts unter Erwachsenen. Ein weiterer Meilenstein für den Klagenfurter Traditionsklub und sein Nachwuchskonzept.
Von Martin Quendler | 16.51 Uhr, 19. Jänner 2020
Eishockey-Geschichte wird meistens abseits der großen Öffentlichkeit geschrieben. Wer weiß schon, wann Thomas Vanek zum allerersten Mal das Flugzeug in Richtung USA bestiegen hat. Oder wann Österreichs nächster NHL-Draft Marco Rossi das erste Mal in die Schweiz gefahren ist, um sich dort ausbilden zu lassen. Notiert ist hingegen, dass Marco Kasper am 18. Jänner 2020 sein erstes Spiel im Erwachsenen-Eishockey absolviert hat. Im zarten Alter von 15 Jahren.
Im südtirolerischen Canazei, viereinhalb Autostunden von Klagenfurt entfernt, lief der Center erstmals auf. Auch Flügel Maximilian Theirich (16) gehörte der Aufstellung des Farmteams KAC II gegen HC Fassa, unter der Obhut von Trainer Kirk Furey, an. Aus Kalkül. "Wir wussten, dass Fassa eher passiv spielt und auf großen Körpereinsatz zugunsten von spielerischen Elementen verzichtet", erklärt der 43-jährige Kanadier, der insgesamt bereits seit 13 Jahren beim KAC werkt. Erst als Verteidiger, jetzt als Trainer.
Ein wenig Anspannung begleitete lediglich die ersten Shifts von Kasper. "Ich war etwas nervös. Aber es ist gleichzeitig schön, bereits auf diesem Niveau spielen zu dürfen. Meine Mitspieler Markus Pirmann und Rok Kapel haben mir geholfen", erklärte Stürmer. Mit Fortdauer des Spiels fand Kasper seinen Rhythmus, wenngleich er sich bei Zweikämpfen noch in einem Eingewöhnungsprozess befindet. Aber das große Rotjacken-Talent ist sich sicher: "Es war in meiner jungen Karriere ein erster Meilenstein."
Marco Kasper und Maximilian Theirich © KK/Privat
U18 mit phyischen Fortschritten
Bereits die ganze Saison über werden immer wieder Spieler aus der KAC-U18 ins Farmteam einberufen und getestet. Christoph Thialler, Lorenz Lindner, Christian Jonsson, Marco Sunnitsch, Elias Dobnig sowie Goalie Michael Sicher. Furey: "Das erfolgt in enger Absprache mit den U18-Trainern Roger Öhman und Peter Kasper, sowie den Spielern selbst. Die U18-Jungs haben sich nicht nur auf dem Eis entsprechend entwickelt, sondern auch körperlich zugelegt."
Insofern legitimieren die Voraussetzungen solche Tests auf dem nächst-höheren Level. Wenngleich der KAC II-Trainer beipflichtet: "Die Sicherheit steht im Vordergrund, aber es lässt sich nicht alles kontrollieren. Wir beobachten die Spieler aber genau. Je nachdem, welche Wendung das Spiel nimmt, reagieren auch die Spieler. Notfalls wird die Bank verkürzt. Aber dieses Mal war alles normal, wir hatten nie den Eindruck, dass unsere Jungen in Gefahr gewesen wären."
Jubel beim KAC
Diese extreme Vorsicht ist natürlich nachvollziehbar. Für die gesamte KAC-Organisation bedeuten solche Partien viel. Enorme Summen wurden bislang in die Ausbildung der Eishockey-Talente investiert. So drängen nun aus ganz Österreich junge Cracks zu den Rotjacken. Wie auch der Villacher Neal Unterluggauer, Sohn von VSV-Urgestein Gerhard Unterluggauer. Beim KAC naht die Zeit des "Return of Investment". Insbesondere Marco Kasper, misst bereits stattliche 1,81-Meter, gilt als eine der heißesten Zukunfts-Aktien. Seit Jahren schießt er den den Klub in den Nachwuchsligen nach ganz oben. Mit 13 Jahren gab er übrigens sein U18-Debüt.
Solche Tests wie eben in Fassa werden dementsprechend als riesiger Erfolg gewertet. "Das ist für den KAC natürlich eine große Sache. Wir freuen uns alle. Aber wir zwingen die Spieler zu nichts. Wir schauen uns die Gegner an und entscheiden dann", mein Furey. Kasper wird in den nächsten Tagen weiterhin dem Alps-Hockey-League-Team angehören.
Kasper liest das Spiel hervorragend
Wie Furey seinen, mit Abstand jüngsten Schützling (15 Jahre, neun Monate, elf Tage) beschreiben würde? "Er liest das Spiel wirklich, wirklich gut. Auf dem Eis findet er sich ausgezeichnet zurecht, sucht immer Anspielstationen. Nicht umsonst habe ich ihn auch im Powerplay eingesetzt." Seine eisläuferischen Fähigkeiten stehen, nachdem das U18-Team zuletzt sogar den schwedischen U18-Mannschaften Paroli geboten hatten, ohnehin außer Streit.
Ob Kasper auch im Heimspiel gegen Pustertal eingesetzt wird (29. Jänner), lässt Furey offen. Die Doppelbelastung von U18 und Alps-Hockey-League schließt der KAC II-Trainer als mögliches Problem aus: "Die jungen Spieler bewegen sich sehr smart auf dem Eis. Man darf ihnen ein wenig Herausforderung durchaus zutrauen. Wir evaluieren ständig, wie es ihnen geht. Bis jetzt haben sie alle einen tollen Job erledigt", so Furey.
Zum Spiel: Maximilian Theirich hatte bereits beim 1:0 durch Christoph Duller seine Hände im Spiel. Und kurz vor Ende der regulären Spielzeit servierte Marco Kasper seinem Linienkollegen Pirmann im Powerplay die Scheibe zum 3:3-Ausgleich. In der Verlängerung siegte Fassa knapp vor Mitternacht. Erst um 6 Uhr morgens kehrten die zweite Rotjacken-Garde zurück.
Kasper & Co. verfügen über die besten Voraussetzungen, um die Zukunft des österreichischen Eishockeys mitzugestalten. Ein markantes Datum wartet heuer bereits mit dem 26. Juni, wenn Marco Rossi seinen NHL-Klub findet und auch Thimo Nickl als erster KAC-Spieler in der Geschichte gezogen werden könnte.
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/sport/eishocke…apitel#cxrecs_s