Alles anzeigenWeil wir uns in diesem Thread wiederholt die Frage gestellt haben, warum zB Verordnungen aus dem Gesundheitsministerium legistisch so schleißig gemacht worden sind usw, hier ein Interview mit einem und ein Artikel eines profunden Kenner(s) der Ministerialverwaltung.
Manfred Matzka: "Ab Kurz hat man systematisch durchgeholzt"
"Wenn man sich die Rekrutierungen anschaut, zieht sich ein Profil durch. Es sind keine Verwaltungskenntnisse nötig, die Leute kommen von quer. Das ist bei Führungspersonen in einem so hochkomplexen Bereich nicht gut. Das Profil enthält auch keine Fachqualifikation, sondern einen Master in irgendwas von irgendwo. Unter Kurz gibt es auch eine große Kongruenz der Lebensläufe: Schulsprecher, junge ÖVP, Consulter. Die Generalsekretäre, die unter Türkis-Blau in den Ministerien installiert wurden, waren eine Schar verhaltensauffälliger Typen. Der eine wollte sein Bild in allen Kasernen, der nächste neue Lampassen an der Uniform. Eine solche Personalauswahl rächt sich. So macht das kein Großkonzern ...
Die zweite Folge ist: Es gibt eine Demotivation in der Linie, also in der Beamtenschaft. Das Signal ist: Ihr werdet nie etwas, was ihr sagt, ist sowieso ein Blödsinn. Da kommt irgendein Schnösel und erklärt die Welt. Die haben dann zum größten Teil auf passiv geschaltet und gesagt: "Okay, dann sollen sie anrennen." Das hat zu schweren Qualitätsverlusten in der Verwaltung geführt. 50 Prozent der Corona-Administrationsprobleme führe ich genau darauf zurück."
THOMAS WIESER: Wir wollen ja nur gut regiert werden
"Es scheint: Wissen ist Macht, nichts wissen macht nix! Fachliche und sachliche Kenntnisse, wissenschaftlich gesichertes Wissen, rechtliche Vorschriften und Rahmenbedingungen: Sie sind nicht mehr der Rahmen, innerhalb dessen Politik betrieben wird. Vielmehr werden sie verbogen, sodass das politisch gewünschte Ergebnis herauskommt. If the facts don’t fit the theory, change the facts...
Beförderungen wurden nicht aufgrund fachlicher Meriten, sondern nur noch nach parteipolitischen Kriterien vorgenommen, und die unfähigeren Kabinettsmitarbeiter sickerten langsam in die Beamtenschaft ein. Dort kletterten sie stetig die Karriereleiter empor, häufig gleichzeitig noch im Kabinett und trotzdem Manager in der Verwaltung – in fast jedem anderen zivilisierten Land eine undenkbare Doppelfunktion. Damit war sichergestellt, dass politische Überlegungen und gewünschte Resultate nicht mehr von fachlichen Beschränkungen kontaminiert werden konnten. Schlechte Qualität und Opportunismus sind dadurch auf Jahrzehnte vorprogrammiert, da die fähigen Politjünglinge die Ministerien verlassen und die unfähigen der Verwaltung verbleiben."
das kann ich als MA einer "gefärbten" staatsnahen "Holding" nur bestätigen - Postenschacher wie er leibt und lebt und ein Management das vom eigentlichen "Business" unseres Betriebes wenig bis gar kein Wissen/Erfahrung mitbringt. Das interne KowHow wird untergraben und von völlig überteuerten, "befreundeten" externen Anbietern angekauft. Am Ende das Tages wird das Geld aus dem Fenster geworfen, und bei der Belegschaft (Personal) mit "Sparmaßnahmen" wieder hereingeholt.
Fazit: ich war mal stolz auf die Arbeit in meinem Betrieb - mittlerweile harre ich der Dinge und hoffe die letzten 11 Jahre meiner Lebensarbeitszeit nicht irgendwann mal wegen Fehlwirtschaft der "Chef's", unvermittelbar, auf der Straße zu sitzen. ![]()