Herbert Hohenberger: Rückkehr ohne Wirkung
Wer ist Herbert Hohenberger?
Und was legitimiert ihn, Sportdirektor des EC VSV zu sein?
Diese Fragen stellen sich nicht aus persönlicher Ablehnung, sondern aus sportlicher und öffentlicher Notwendigkeit. Denn wenn sportliche Entscheidungen scheitern und gleichzeitig das Bild eines Vereins nach außen Schaden nimmt, wird Führung doppelt überprüfbar.
Hohenberger ist eine prägende Figur der VSV-Geschichte – als Spieler. Seine aktive Karriere beendete er in Innsbruck, danach führte ihn sein Weg über Graz und mehrere Stationen in Deutschland. Trainerrollen, Assistenzfunktionen, Nachwuchsarbeit. Wertvolle Erfahrungen, ja – aber keine kontinuierliche Aufbauarbeit im Management eines Profiklubs, keine nachweisliche Gesamtverantwortung für einen Kader dieser Größenordnung.
Der Sprung zum Sportdirektor des EC VSV war daher kein organischer Karriereschritt, sondern ein Bruch. Und dieser Bruch zeigt Wirkung – sportlich wie kommunikativ.
Was Hohenberger aktuell legitimieren soll, ist schwer erkennbar. Der Kader ist unausgewogen, Fehleinkäufe wie Ritchie stehen sinnbildlich für eine Importpolitik ohne Wirkung. Importstellen, die Unterschied machen müssten, verpuffen. Entscheidungen wirken reaktiv, nicht strategisch. Entwicklung ist mehr Behauptung als Realität.
Noch gravierender aber ist der Schaden, der nach außen entstanden ist. Die Trennung von Trainer Tuomie – einem im Umfeld und in der Kabine beliebten Coach – wurde nicht nur sportlich schlecht moderiert, sondern kommunikativ unglücklich bis unprofessionell begleitet. Anstatt Klarheit zu schaffen, entstand der Eindruck eines Machtkampfes. Nicht Inhalte dominierten die Debatte, sondern Egos und Deutungshoheit.
Diese Unsicherheit setzte sich in den öffentlichen Auftritten des Sportdirektors fort. Interviews wirkten fahrig, defensiv, teilweise widersprüchlich. Keine klare Linie, keine souveräne Erklärung, kein erkennbarer Plan. Wer nach außen Orientierung geben soll, verstärkte intern wie extern die Zweifel. Für einen Traditionsverein ist das Gift.
Außenwahrnehmung ist im Profisport kein Nebenschauplatz. Sponsoren, Spieler, Berater und Fans lesen zwischen den Zeilen. Sie hören sehr genau hin, wenn Verantwortung relativiert wird und Entscheidungen schlecht erklärt sind. Der VSV wirkt derzeit nicht wie ein Verein mit klarer sportlicher Führung, sondern wie ein Klub im Rechtfertigungsmodus.
Ein Sportdirektor muss nicht beliebt sein. Aber er muss glaubwürdig sein. Diese Glaubwürdigkeit entsteht aus Kompetenz, Klarheit, Ergebnissen – und aus der Fähigkeit, auch in schwierigen Phasen Haltung zu zeigen. Genau daran fehlt es derzeit.
Die Verantwortung dafür liegt nicht allein bei Herbert Hohenberger. Sie liegt ebenso bei jener Vereinsführung, die diese Entscheidungen mitträgt, verteidigt und kommunikativ nicht korrigiert.
Die Frage bleibt offen – und sie wird lauter:
Reicht das, was Herbert Hohenberger bisher gezeigt hat, um den EC VSV sportlich und öffentlich zu führen?
Im Profisport zählt nicht, wer man war.
Sondern wofür man heute steht.