Alles anzeigenEC iDM Wärmepumpen VSV vs. Olimpija Ljubljana (3:4)
Das Testspiel gegen Laibach hat zwei Wochen vor dem ICEHL-Auftakt die aktuellen Baustellen des VSV schonungslos offengelegt. Dass von hinten heraus praktisch gar nichts funktionierte und das Spiel von ungenauen Pässen, Not-Befreiungsschlägen sowie massenhaft Icings geprägt war, liegt an einer Verunsicherung und mangelnden Abstimmung im Defensiv-Lineup.
Die Verteidiger im Einzelcheck:
Ryan Sproul als Fels in der Brandung: Er war der einzige echte Lichtblick in der Verteidigung. Sproul strahlte die nötige Ruhe am Puck aus, behielt die Übersicht und belohnte seine Leistung zudem mit dem Powerplay-Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2. In der Rückwärtsbewegung agierte er in der ersten Linie jedoch über weite Strecken als Alleinkämpfer.
Alex Wall (früher Ausfall): Wall stand im Line-up, war aber nach rund 10 Minuten raus. Sein bekannter Stil, mit der Scheibe blind nach vorne zu stürmen, statt den kontrollierten Aufbaupass zu spielen, stand dem Team diesmal also gar nicht zur Verfügung. Sein Fehlen nahm dem VSV zwar seine gewohnten Offensiv-Vorstöße, legte aber gleichzeitig offen, wie ideenlos die restliche Defensive ohne seine Einzelaktionen im Übergangsspiel ist. Seine anfällige +/- Statistik aus der Vergangenheit unterstreicht zudem das defensive Risiko seines Stils.
Die neuen Imports in Bedrängnis: Scott Walford und Sean Larochelle kämpfen sichtlich noch mit der Umstellung auf das größere europäische Eis. Gegen das aggressive, schnelle Forechecking von Laibach unterliefen ihnen in der eigenen Zone Fehlpässe, die jeglichen geordneten Pass-Aufbau im Keim erstickten.
Strong und Vallant überfordert: Das rot-weiß-rote Defensiv-Duo, agierte heute deutlich unter Form. Statt für die nötige schnörkellose, defensive Stabilität zu sorgen, wirkten beide phasenweise überfordert. Wenn dieser eigentlich verlässliche Kern defensiv so wackelt, gerät das gesamte Gefüge ins Wanken.
Spielkontrolle, Systemmängel und das "Trugbild" Teasdale:
Puckbesitz-Kollaps & Unterlegenheit bei 5-gegen-5: Olimpija Ljubljana bewegte sich deutlich agiler, wirkte spritzig und hatte ein klares Übergewicht beim Puckbesitz. Der VSV hatte enorme Mühe, sich überhaupt aus dem eigenen Drittel zu befreien. Der offizielle Spielbericht des VSV bestätigt das sogar direkt: „Bei Fünf-gegen-Fünf hatte Ljubljana Vorteile“.
Konzeptlosigkeit im gegnerischen Drittel: Weil der geordnete erste Pass aus der eigenen Zone komplett fehlte und kein Verteidiger das Spiel klug eröffnen konnte, hingen die Stürmer in der Luft. Bei numerischer Gleichheit gelang es kaum, gefährliche Spielzüge oder nennenswerten Druck aufzubauen.
Das Teasdale-Paradoxon: Joël Teasdale ist aktuell der auffälligste Akteur und untermauerte seine Frühform mit einem Doppelpack im Powerplay. Dass alle drei VSV-Tore an diesem Abend in Überzahl fielen, sollte jedoch ein Warnsignal sein: Teasdale ist ein solider, verlässlicher Arbeiter für die Drecksarbeit vor dem Tor. Aber er ist kein kreativer Unterschiedsspieler, der ein Team spielerisch im Alleingang trägt. Wenn ein reiner Rollenspieler wie er die Lebensversicherung sein muss, zeigt das nur, wie sehr es dem restlichen Sturm bei 5-gegen-5 an spielerischer Klasse und funktionierenden Pässen fehlt.
Fazit:
Es fehlen aktuell ein sichtbares Konzept, eingespielte Linien und Führungsspieler, die nach schnellen Gegentoren die Ruhe bewahren. Die Vereinsmedien sprechen zwar von einer "offenen Partie", der Bericht bestätigt aber den rissigen Spielfluss ab dem zweiten Drittel. Auf Headcoach Pierre Allard wartet bis zum Saisonstart eine Herkulesaufgabe.
Also hat Vallant doch gespielt? Fragen über Fragen.....