Der krisengeschüttelte VSV empfängt am Dienstag mit Graz das nächste Kaliber. Verteidiger Thomas Vallant ist mit dabei, er wurde für den Check zum Kopf eines Bozner-Spielers nicht gesperrt. Der Vorstand der Adler gesteht hingegen Fehler ein, die zum Absturz führten – die „Krone“ fragte nach und kennt das neue Saisonziel. Zudem drohen dem Klub hohe Nachzahlungen. Alle Details hier
Sprichwörtlich durch die Hölle marschiert zurzeit der VSV! Sportlich hält man bei neun Pleiten aus den letzten zehn Partien. Neo-Coach Pierre Allard verlor von seinen sieben Matches sechs. Die letzten sechs Spiele verlor man in Folge. Und heute kommt mit Graz das nächste Kaliber.
Hohenberger krachte in Kabine
Nach dem 1:4 gegen Bozen hagelte es am Ende harsche Kritik von den Rängen. Kurz danach krachte Sportchef Herbert Hohenberger in die Spielerkabine – dort setzte es eine harsche Predigt, wurden auch die Spieler mit in die Pflicht genommen.
Aussprache der Spieler
Nach 23 Uhr wurde dann sogar kurzfristig das Hallenlokal „Draft“ geschlossen – damit sich die Cracks zum Nachdenken und zu einer Aussprache dorthin zurückziehen können.
Geschäftsführer und Boss Martin Winkler zeigt sich selbstkritisch – arbeitet die eigenen Fehler und jene des Klubs auf: „Wir sind selbst total enttäuscht, es klappt nicht viel. Wir verstehen den Unmut der Fans. Die Mannschaft ist total verunsichert, schafft es nicht, die nötigen Tore zu schießen. Aber da müssen wir jetzt durch.
Allard fix im Sattel
Dann legt sich Winkler auch fix fest: „Wir stehen zu 100 Prozent zu Pierre Allard – wir planen längerfristig mit ihm. Wir glauben, dass er der richtige Mann ist. Er lässt schnelles, attraktives Hockey spielen, mit hartem Forecheck. Das wollen wir in Zukunft hier sehen. Zudem könnten wir uns keine weitere Trainerrochade leisten.
Auf die Frage, warum es aktuell nicht läuft, hat Winkler eine klare Antwort: „In der letzten Zeit wurde unter Allard sehr hart trainiert. Die Spieler mussten dem Tempo einfach Tribut zollen. Aus einem physischen wurde jetzt leider auch ein mentales Problem.“
Top 6 abgehakt
Beim Saisonziel muss Winkler auch umplanen: „Wir haben die Top 6 jetzt abgehakt, konzentrieren uns jetzt voll auf die Zwischenrunde und bereiten uns dahingehend bestmöglich vor. Wir wollen unbedingt die Play-offs erreichen, glauben auch, dass wir das schaffen können.“
Nachzahlungen drohen
Aber nicht nur sportlich kracht es, finanziell droht sogar der Super-GAU. Es gab ja eine Finanzprüfung – sowohl bei der GmbH als auch beim Nachwuchs. Aus der eine Nachzahlung einer sechsstelligen Summe drohen könnte, dazu wird auch die Krankenkasse Forderungen haben. Wobei gesagt werden muss, dass diese Probleme aus der Vorgänger-Führung um Andreas Schwab und Andreas Napokoj stammen. Wer schlussendlich dafür haftet, ist die Frage.
Um Hilfe bei ICE-Liga angefragt
Zusätzlich sollen in Coronazeiten auch die meisten Ex-Trainer und viele ehemalige Angestellte (rund 70 Personen!) falsch angemeldet worden sein, um eine Förderung zu erhalten. Dabei fiel dem Amt auf, dass viele Abrechnungen bei Trainern und Betreuern nicht stimmen würden. Da drohen diesen Leuten ebenso Nachzahlungen – die werden sich wohl beim VSV schad- und klaglos halten. Kein Wunder, dass Blau-Weiß kürzlich bei der ICE-Liga um Hilfe angefragt hat.