Laibach hat weder eine sportliche noch wirtschaftliche Basis, um in der EBEL mitzuspielen. Eine moralische Legitimation haben sie nach den diversen Kalamitäten mit den Spielergehältern schon gar nicht. Der einzige Grund, dass Laibach noch dabei ist, ist eine Intervention von politischer Seite. Bei diesem Thema agiert die EBEL aber leider extrem unprofessionell. Ein ordentliches wirtschaftliches Lizenzierungsverfahren mit echten Konsequenzen für die Vereine, wenn sie Spieler betrügen oder keine wirtschaftliche Basis haben, sollte auf jeden Fall Standard sein in der EBEL.
Weiters kritisiere ich seit Jahren die sportlich unattraktive Teilung des GD in zwei Gruppen. Anstatt die Top 8 ganz normal (von mir aus auch mit Punkteteilung) auszuspielen, schafft man in der besten Eishockeyzeit eine "Trainingsspielgruppe" (die oberen sechs) und eine "Bauchstichgruppe" (die unteren sechs). Den unteren sechs nimmt man qualitativ hochwertige und attraktive Gegner, für die oberen sechs geht es um nahezu nichts, außer der Eitelkeit. Gerade das Tabellenmittelfeld, je nach Punkteverteilung, meist zwischen Platz 4 und Platz 10 ist der emotional interessante Bereich, ob sich ein PO ausgeht oder nicht. Auch die Top 3 können sich nicht ausruhen. Für die letzten zwei bis drei gilt, wer hier über eine gesamte Saison nicht in sie Nähe des PO Quali-Bereichs hin kommt, hat im PO aus sportlichen Gründen sowieso nichts verloren. Warum soll man diesen Vereinen, die zwei Drittel der Saison vekackt haben, im letzten Drittel der Meisterschaft noch einmal eine komplett neue Chance geben?
Bei der Import-Regelung gehört unbedingt nachgebessert. Bis zu 12 Imports sind einfach viel zu viel. Ein Deckel mit 9 oder 10 sollte unabhängig von den Punkten jedenfalls eingeführt werden. Bei den Österreichern sollte man die Punkte ein wenig anders sportlich differenzieren. Das Kriterium für die Nationalmannschaft gespielt zu haben ist jedenfalls für die Fisch, da sowieso Hinz und Kunz dort spielt. Von mir aus kann man ja einen fünften Punkt für Ex-NHL'er, U35 mit x-Spielen einführen, um eine gewisse Ausgeglichenheit zu erhalten. Derzeit würde das nicht gebraucht, weil sich solche Leute sowieso nicht in die EBEL verirren. Aber, so wie jetzt mit den zu vielen "Billigimports" ist das auch keine wirklich gute Entwicklung bei den österreichischen Vereinen und senkt auch schleichend die Attraktivität für österreichische Spieler sich diesem Profisport zu verschreiben und auszuüben.
Es ist jedenfalls hoch an der Zeit in mehreren Bereichen nachzubessern, wenn man den Anspruch hat eine sportlich für die Zuseher attraktive und wirtschaftlich halbwegs gesunde Liga im oberen europäischen Durchschnitt zu bleiben, oder sogar eine Topliga alá NLA werden zu wollen.
PS: Stichwort Vorbild NLA
Vorausgeschickt ist, dass nicht alle Vereine dort "groß" sind, aber im Durchschnitt ist das Budget für die Profimannschaft ggü. den größten EBEL Vereinen ca. 2,5 so dick. Als Beispiel der Verein, den ich ganz gut kenne und einer der größten der NLA, der SC Bern. Angefangen hat deren Aufwärtsentwicklung so um die Jahrtausendwende mit ca. 10 Mio CHF Schulden und kurz vorm Konkurs. Heute haben sie ein Budget für die Profimannschaft von 12 Mio CHF, einen Jahresumsatz als Gesamtunternehmen von ca. 50 Mio CHF, keine Schulden und einen satten jährlichen Jahresüberschuss. Geschafft haben sie das, indem sie nach Schuldenhaftungsübernahme eines Schweizer "Freundeskreises" zuerst um über 4 Mio CHF pro Jahr Generalpächter für die Halle (Kapazität 15k) wurden und damit Herr über alle Displaywerbungen und den Gastrobereich wurden. Letzteren haben sie als eigenen Wirtschaftsbereich enorm ausgebaut und dieser subventioniert mittlerweile komplett den Spielbetrieb. Der SC Bern ist heute ein professioneller (Gastro- und Hallenbetreiber-)Wirtschaftsbetrieb mit dem einzigen Zweck einen Eishockeyverein inkl. Nachwuchs zu finanzieren. 15k Zuseherkapazität müssen in einer Stadt mit 140k Einwohnern und einer Agglomeration von insgesamt 350k Einwohnern natürlich erst einmal in die Halle gebracht werden, aber wer einmal in der Post Finance war, weiß, wie vernünftiges Entertainment, Merchandising und Gastro rund um ein Match organisiert werden können. Dort sperren die Gastroeinrichtungen der Halle jedenfalls nicht eine halbe Stunde nach dem Match zu und eine Stunde vor dem Match auf, nur einmal als Denkanstoß für ein paar österreichische Vereine.
Was ist das Fazit?
In Österreich wird seitens der Vereine meist zuviel gejammert und zu wenig Initiative bzgl. wirtschaftlichem Management ergriffen. Man verläßt sich viel zu sehr auf Mäzene oder gewogene (Langzeit)Sponsoren. Ich kann nur jedem raten einmal in die Schweiz zu fahren, wirtschaftlich zu hospitieren und vor allem die Langzeitentwicklung zu recherchieren. Angefangen haben die meisten NLA Vereine vor 15 Jahren ca. auf dem Niveau der heutigen (österreichischen) EBEL Vereine. Heute sind sie im Schnitt allerdings dreimal so schwer, wobei einzelne schon auch ein ordentliches Schuldenpaket mittragen. Auch in der Schweiz ist nicht alles Gold, was glänzt und es gibt auch dort klarerweise Mäzenentum.