Für die VIC ist heuer die zweite echte Seuchensaison hintereinander, nachdem auch in den Jahren zuvor schon ein merklicher qualitativer Abwärtstrend im Kader feststellbar war. Camaron und Barr konnten die schleichende Kaderausdünnung zwar noch mit zumindest einer halbwegs starken Linie kompensieren, aber von den berühmten „Titelambitionen“ war man durchaus ordentlich entfernt.
Nachdem letzten Sommer nach dem Abgang des Mäzens zumindest die mittelfristige Zukunft der Organisation halbwegs geklärt werden konnte liegt es nun am sportlichen Management, ob sie so etwas wie Aufbruchsstimmung erzeugen können. Diese wäre unbedingt notwendig, um den Kader signifikant zu verstärken. Graz konnte letztes Frühjahr/Sommer so eine Stimmung erzeugen und damit den Agenten und Spielern neben der Gage Argumente liefern einem Wechsel nach Graz näherzutreten. Klar ist, dass man nicht von 0 auf 100 Meisterkandidat wird, aber das erfolgsmäßig wirklich kurz gehaltene Wiener Publikum, welches für mich durchaus überraschend auch ordentliche Leidensfähigkeit beweist, hätte sich definitiv qualitativ besseres als das aktuell dargebotene Eishockey verdient.
Ich hoffe, dass das sportliche Management erstens mit einem vernünftigen Budget ausgestattet wird und zweitens mit etwas mehr Selbstbewußtsein auch vernünftige Verpflichtungen vornimmt. Die Goalies, Raskob und Cramarossa waren ein guter Anfang. Das sollte der zukünftige qualitative Maßstab sein.
Schwieriger wird es bei den Einheimischen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Der Einheimischenkader ist entweder überaltert oder mit Ausnahme von Wallner (der in den letzten Wochen einen gewissen Flow aufbauen konnte) leider bestenfalls durchschnittlich. Wobei natürlich speziell für die Jüngeren Einheimischen auch starke Imports fehlen, an denen sie sich orientieren können.