Hätt ja auch offensichtlicher ablaufen können.
13.08.2010 | 11:49 | DiePresse.com
Die Vorgeschichte ist skurril und torreich: Als Mitte Juni 2010 die Fußball-WM begann, spielte sich in der steirischen Gebietsliga Mur ein Torspektakel der besonderen Art ab: Das Meisterschafts-Fernduell zwischen den punktegleichen Teams St. Lorenzen und Knittelfeld entpuppte sich als wahres Torfestival. Knittelfeld feierte gegen den SV Schöder einen 21:0-Sieg, wurde aber dennoch nur Zweiter, weil St. Lorenzen gegen den Tabellenletzten St. Stefan ob Leoben einen 30:1-Erfolg feiert, für den eine Kategorie über "Kantersieg" erfunden werden müsste. Drei Tore fehlten Knittelfeld am Ende, pikanterweise erzielte St. Lorenzen im Parallelspiel gleich zehn Tore in den letzten elf Minuten.
Der steirische Fußballverband witterte sofort Manipulation und untersuchte den Fall. Alle vier betroffenen Klubs stritten vehement ab, dass es Unregelmäßigkeiten gab. Beweise für eine Absprache konnten ebenfalls keine gefunden werden. Der Strafsenat des steirischen Fußballverbandes griff Ende Juni dennoch hart durch und verdonnerte die Teams zu einem Punkteabzug von 15 Zählern für die startende Saison und 1000 Euro Geldstrafe. Die beiden Torflut-Spiele wurden mit 0:0 und null Punkten gewertet, der Tabellendritte Gaal wurde so überraschend nachträglich Meister.
Die Berufung aller vier Klubs wurde jetzt von der dritten Instanz, dem Rechtsausschuss des ÖFB, abgeschmettert. Das berichtet die "Kleine Zeitung". Für St. Stefan, das in die 1. Klasse abstieg, hat das ernste Konsequenzen. Der Verein musste den Spielbetrieb einstellen, nur ein U11-Team bleibt übrig. Die anderen drei Klubs verzichten auf weitere Rechtsmittel, das "sei zu teuer", hieß es.
Aber so wie geschrieben. Klagenfurt hat's selbst vergeigt. Aber wer hätte vor der Pause noch gedacht, dass sie die Rieder mit 8. Punkten Vorsprung noch einholen...