1. Du sollst in 24 Stunden ein Urteil treffen und gleichzeitig schon wissen, wie wie lange der Spieler ausfällt. Gibt es eine medizinische Kristalkugel für diesen Zweck, nehmen wir die Aussage des Vereinsarztes, die Erfahrungswerte oder Pi mal Daumen? Va. hinsichtlich der Ausfalldauer bei einer Gehirnerschütterung.
Erstens war das nur ein Gedanke und keine Aufforderung, dass man dies auch so umsetzen sollte. Weil es bei uns eben schon öfter vorkommt, dass innerhalb einer Playoffserie der Gesperrte früher zurückkommt als der Gefoulte, womit man sich unterm Strich ganz einfach einen Vorteil verschaffen kann.
Zweitens, hab ich deswegen ja auch geschrieben, auf die Dauer der Verletzung anpassen ist nicht durchführbar, aber es wären sehr wohl andere Vorgehensweisen denkbar. Wo steht, dass man innerhalb von 24 Stunden ein endgültiges Urteil gefällt haben muss? Eben erst einmal die Sperre auszusprechen und sich etwas länger Zeit lassen, um die Schwere einer Verletzung besser bemessen zu können, wäre durchaus eine Möglichkeit. Wird auch teilweise so verfahren in anderen Sportarten.
Genauso gut könnte man innerhalb von Playoffserien etwas anders verfahren, weil das auch eine andere Situation ist und sich hier Sperren bzw. Verletzungen auf die aktuelle Serie auswirken, was unter der Saison anders ist, da wirken sich diese auf die Duelle mit anderen Mannschaften aus. Wenn es sich dann herausstellt, dass der Gefoulte für den Rest der Playoffserie nicht zur Verfügung steht, warum wäre das dann grundsätzlich nicht denkbar, dass der Fouler auch nicht mehr zur Verfügung steht? Natürlich müsste man da schon auch im Einzelfall aufgrund des Fouls an sich entscheiden, wenn das Foul an sich nicht sooo schlimm war und es einfach nur ganz blöd gelaufen ist, könnte man ja anders verfahren. Also mir gings eigentlich lediglich darum, zu sagen, dass grundsätzlich sehr wohl andere Ansätze möglich wären.
Aber eigentlich wär ich auch nicht unbedingt dafür, dass man dies so umsetzt, wenns auch anders geht und plädiere grundsätzlich sowieso darauf, ordentliche Sperren bei gefährlichen Fouls zu verhängen. Und CTHA zähl ich da schon mal grundsätzlich dazu, weil das öfter in einer Gehirnerschütterung endet als nicht. Man bräuchte also gar nicht so sehr auf die tatsächliche Verletzung schauen, wenn man mal tatsächlich auch die Fouls dementsprechend ahnden würde. Das hindert mich aber trotzdem nicht daran, über alternative Ansätze nachzudenken und diese hier auch niederzuschreiben. Also wo ist das Problem?
2. In welchen Ligen wird die Strafe dementsprechend angepasst? Man geht immer vom Vergehen aus und nicht von den Folgen, die ja meist nicht abschätzbar sind.
In keiner, aber da sind wir auch schon wieder bei dem Punkt, den ich davor angesprochen habe. Nichts von den Gedankengängen, die ich im Post davor angesprochen habe, wäre notwendig, wenn unsere Strafausmaße etwas besser bemessen wären. In der NHL gibts halt auch für einen Bandencheck 6 Spiele (wie Wilson zuletzt zB, ich hoff, ich täusch mich jetzt nicht in der Anzahl
edit: gerade nachgesehen, 7 Spiele warens sogar), bei solchen (normalen) Strafrahmen wäre das Problem schon einmal ziemlich sicher gelöst, dass man als Fouler von einem Foul in einer Playoffserie profitieren kann. Außerdem ist das für mich auch kein Argument, nur weil es in keiner Liga so ist, heißt das nicht, dass man in der heimischen Liga nicht einen etwas anderen Weg gehen könnte. Unsere Liga weicht schon in mehreren Punkten von den internationalen Regeln ab, manchmal mMn auch durchaus sinnvoll, manchmal weniger.
Und noch einmal: Ich wollt weder sagen, dass bei uns Spieler bewusst ausgeschaltet werden noch das das die Absicht im konkreten Fall war, es geht da rein ums Prinzip, dass es mMn nicht sein soll, dass die foulende Mannschaft unterm Strich profitiert und die gefoulte Mannschaft geschwächt wird. Mit einem vernünftigen Strafenrahmen wär das auch kein Thema, aber bei uns gibts ja für so gut wie nichts mehr als zwei Spiele bitte, de facto würd ich fast meine Hand ins Feuer legen, dass bei uns zumindest 90 % der ausgesprochenen Sperren zwischen 1 und 2 Spielen liegen. Abschreckend ist das mMn halt nicht, und auch wenn ich nicht glaube, dass die Spieler bewusst Verletzungen in Kauf nehmen, die Hemmschwelle, sich zu einem blöden Foul hinreißen zu lassen, liegt dann bei einem emotional geführten Kontaktsport vermutlich halt doch ein bissl niedriger, wenn die Folgen für einen überschaubar bleiben.