Das lettische Eishockey ist ohnehin ein Kuriosum. Zumindest für mich. Das von Russland finanzierte Dinamo gibt es nicht mehr. Die lettisch/baltische Liga, in der auch eine Mannschaft aus Kiew teilnimmt, ist de facto eine Amateurliga mit 100-300 Zuschauern. Den Letten bleibt also nur noch das Nationalteam. Somit auch kein Wunder, dass ein Vorbereitungsspiel gegen Österreich an die 10.000 Zuschauer in die Halle in Riga gelockt hat.
Abseits davon gelten Letten laut Freimüller als die pflegeleichtesten Spieler, weshalb sie als Legionäre sehr beliebt sind. Am Eis machen sie - zumindest für mich - eher einen unsympathischen Eindruck. Die lettischen Fans haben mich jetzt auch nie vom Hocker gerissen. In Bratislava 2019 war die Mehrheit rund um mich herum derart betrunken, dass sie bereits beim Warm-Up über die Sitzreihen nach unten gefallen sind. Auch an ein erinnernswertes Gespräch mit Letten kann ich mich nicht erinnern.
In Summe ein Volk und eine Eishockeylandschaft, aus dem bzw. der ich nicht schlau werde.
Eishockey wird dort halt auch ein Volkssport sein. Die Jugendspieler werden vermutlich recht bald nach Finnland oder Schweden gehen und dort ihre Sporen verdienen. In den Nachwuchs-WMs sind sie meist in der A-Gruppe halt hinten dabei bzw. eine Fahrstuhl-Nation. Aber da kämpfen meines Wissens ja auch die Schweizer und Deutschen regelmäßig ums Überleben.
Für ein 1,8 Mio EW Land trotzdem sehr beachtlich!