Verlässt Johannes Bischofberger den KAC?
Verlieren die Rotjacken einen weiteren österreichischen Stürmer? Ein Schweizer Klub buhlt um die Dienste von Torjäger Johannes Bischofberger. Doch auch die Klagenfurter sind weiterhin im Rennen. KAC-Stürmer Johannes Bischofberger
Johannes Bischofberger hat alles bisherige auf den Kopf gestellt. Der 29-Jährige spielt derzeit beim KAC die Saison seines Lebens. Bis jetzt hält er bei 21 Tore und 21 – mehr als jemals zuvor als Profi. Und das in seinem Vertragsjahr – nach dieser Spielzeit läuft sein Arbeitspapier bei den Rotjacken aus. Der pfeilschnelle Stürmer weckt damit logischerweise Begehrlichkeiten. „Erste Adresse ist immer der KAC“, zeigte sich Bischofberger zuletzt kronloyal. Schließlich haben ihm die Klagenfurter in verletzungsgeplagten Jahren stets die Stange gehalten.
Nun könnte sich das Blatt aber tatsächlich wenden. Wie „hockeyreport.net“ in Erfahrung gebracht haben will, soll an Bischofberger reges Interesse aus der Schweiz bestehen. Der KAC-Stürmer möchte den Bericht nicht kommentieren, zeigt sich aber geschmeichelt und betont, weiterhin die Klagenfurter als Anlaufstelle Nummer eins zu sehen: „Mit Saisonende läuft mein Vertrag aus, ich habe nirgends unterschrieben, hab mich mit niemandem geeinigt. Mir ist es wichtig, dass jetzt keine Unruhe aufkommt. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich die Schweiz nicht reizt.“ Sein Agent Martin Krainz dementiert das Interesse der Eidgenossen nicht: „Ein Schweizer Erstligist ist herangetreten. Sie wollen mit Bischofberger längerfristig planen. Es gibt gute Gespräche, und man spürt, dass sie sich bemühen.“ Einen Klub will Krainz nicht nennen.
Das spricht für die Schweiz:
Das Ausländerkontingent in der National League (NL) wurde zwar erhöht, allerdings betrifft dies Johannes Bischofberger, der im Besitz der Schweizer Lizenz ist, gar nicht. Schmächtigere Spieler wie Bischofberger sind in der NL nichts außergewöhnliches, aggressives Körperspiel ist bei den Eidgenossen zusehends in den Hintergrund gerückt (sogar noch weniger als in der ICE). Der jeweilige Klub, der sich für Bischofberger interessiert, verfügt über robuste Spieler, will aber mehr Speed/Spritzigkeit/Torgefahr erhalten. Und der 29-Jährige neben dem finanziellen Aspekt, wäre es aus sportlicher Sicht ein absoluter Anreiz.
Das spricht für den KAC:
Vor allem gute, schnelle Eisläufer wie Johannes Bischofberger profitieren vom System des Trainerstabes Kirk Furey/David Fischer. Der KAC-Stürmer erlebt seinen zweiten Frühling (neben Scorerpunkten auch giftig in Zweikämpfen), viele hatten ihn nach seinen Verletzungen der vergangenen Jahre bereits in der Eishockey-Pension gesehen. Zwischen Klub und Spielern existiert eine Vertrauensbasis sowie intakte Kommunikation. Weil das Gehaltgefüge ausgewogener ist, als bei Liga-Konkurrenten. Und innerhalb der Mannschaft wird es im Stamm keine gravierenden Änderungen geben, somit würde Bischofberger eine gewohnte Umgebung erwarten.
Ausschließen kann der Bischofberger-Agent jedoch, dass hier ein Feilschen den Hintergrund bilden soll. „Wir sind mit dem KAC ebenfalls im Gespräch. Und wir wissen um den finanziellen Rahmen von Oliver Pilloni. Er ist bekannt dafür, dass es kein Wettbieten gibt und dass er fair ist. Hier geht es ausschließlich um sportliche Gründe. Fakt ist: Die Chancen stehen bei 50:50, der KAC ist nach wie vor im Rennen.“ Würde dem Tabellenführer allerdings nach Lukas Haudum (Graz) auch Johannes Bischofberger abhanden kommen, fehlen dem Rekordmeister mit Blick auf die Saison 2024/25 Stand heute satte 78 Scorerpunkte von österreichischen Spielern. Und obendrein würde mit dem Stürmer der Unterzahl-Spezialist Nummer eins (neben Thomas Hundertpfund) wegfallen. Dies mit rot-weiß-roten Kräften zu kompensieren – nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.