Eine Million Euro durch Fans, stagnierende Förderung der Stadt und ein verlängerter Sponsorenvertrag. Der VSV hat sich finanziell stabilisiert, letzte offizielle Bilanz geht ins Jahr 2022/2023 zurück.
Es war nicht die Saison des VSV, die Blau-Weißen finden sich derzeit auf Platz 7 in der Ice Hockey League. Auch abseits des Eis hat es der bekannteste Villacher Sportverein laut eigenen Angaben nicht leicht, denn von Spielen und Fans alleine kommt der Verein, der im Register offiziell als „EC iDM Wärmepumpen VSV“ geführt wird, nicht auf die erwünschte Jahresbilanz. Hinter dem Sportklub steht ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen, der Verein selbst fungiert als Muttergesellschaft für zwei Tochterfirmen: die „EC VSV GmbH“, die den Profispielbetrieb organisiert, und die „EC VSV Gastro GmbH“, die für die Hallengastronomie und das Fan-Restaurant „Draft“ zuständig ist. Jede dieser Gesellschaften verfügt über ein eigenes Budget mit unterschiedlichen Einnahmequellen, primär aus Ticketverkäufen und Sponsoring generiert. Die Gastronomiegesellschaft wiederum erwirtschaftet ihre Umsätze aus dem täglichen Betrieb und den Halleneinnahmen an Spieltagen.
VSV hat keine Heidi Horten
Mit Blick in das Firmenbuch zeigt sich, dass die jüngste veröffentlichte Jahresbilanz erstaunlich weit zurückreicht. Sie bezieht sich auf das Geschäftsjahr Juni 2022 bis Juni 2023 und zeigt das beachtliche Guthaben von 1,2 Millionen Euro. Das Plus konnte gesteigert werden, Verbindlichkeiten wurden deutlich reduziert. Diese lagen 2021/2022 noch bei 771.000 Euro, 2022/2023 nur mehr 121.000 Euro. Für den Jahresabschluss 2022/23 ergibt sich laut „Firmencompass“ ein Bilanzgewinn von 617.061 Euro. „Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ist es uns in den letzten Jahren gelungen, den Klub zu sanieren und das Jahresbudget kontinuierlich zu steigern“, sagt VSV-Geschäftsführer Martin Winkler. Nachfolgende Bilanzen kommentiert er nicht.
Eines wird aber bestätigt: Zu den wichtigsten Einnahmequellen des VSV zählen Ticketing-Erlöse, Sponsoring sowie Fördergelder. Vor allem die Unterstützung durch Sponsoren wäre für die finanzielle Stabilität des Klubs essenziell. Während andere Klubs bisher durch finanzkräftige Mäzene, wie Heidi Horten beim KAC, unterstützt wurden, wird in Villach Kaltakquise betrieben und auf persönliche Kontakte gesetzt. Der Hauptsponsor „iDM Wärmepumpen“ hat erst heuer vorzeitig den Vertrag für weitere drei Jahre verlängert und sichert dem Verein so bis 2027 finanzielle Mittel zu. Als Premium-Sponsoren werden unter anderem Kelag, Villacher Bier, Die Kärntner Sparkasse, die Generali oder die Stadt Villach angeführt. Wie hoch die Gesamtsubventionen durch die privat geführten Unternehmen sind, wird nicht genannt.
Eine Million Euro durch Fans
Ein weiterer zentraler Wirtschaftsfaktor sind die Zuschauerzahlen, die nach der Pandemie stetig gestiegen sind. In der Saison 2024/25 erreichte der VSV bisher eine Hallenauslastung von 94,34 Prozent, womit er in der Liga-Statistik sogar vor dem Erzrivalen KAC liegt. Besonders erfreulich sei der Zuwachs bei den Dauerkarten: Über 2500 Saisonabos wurden verkauft. Bei Abopreisen, die ab 390 Euro (Stehplatz ohne Playoff) bis zu 760 Euro (Premium-Sitzplatz inklusive Playoff Phase) liegen, ergeben sich Einnahmen von mehr als einer Million Euro. Rund 75 Prozent der Sitzplätze sind Abokunden, die Stehplätze wurden während der Pandemie verkleinert.
Abschließend bleiben Subventionen der öffentlichen Hand und diese sorgten im Vorjahr für emotionale Debatten. Erst im Oktober regte die Forderung nach mehr Fördergeldern der Stadt auf, der ehemalige Vorstandssprecher Gerald Rauchenwald und Finanzvorstand Andreas Schwab zogen sich zurück und übergaben „mit einem kleinen Gewinn“, wie es im Herbst 2024 hieß. Die bisher 300.000 Euro der Stadt sollten laut VSV indexangepasst und auf 330.000 Euro erhöht werden. Die Begründung: Im Zuge des Hallenumbaus wurde die Einrichtung der Kabinen in der Höhe von 250.000 Euro vom VSV bezahlt. Außerdem gab es seit 2017 keine Indexierung der Förderung mehr. Die Stadt zeigte für die Forderung kein Verständnis: „Der VSV erhält über vereinsbezogene Aspekte der Hallensanierung und einen Zuschuss zum Spielbetrieb fast 2,5 Millionen Euro an Steuergeld“, heißt es aus der Pressestelle auch aktuell auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Künftige Subventionen müssten im Gemeinderat beschlossen werden.
Einnahmen durch Merchandising
Abschließend verbleibt das Merchandising als Standbein. Es macht aktuell einen Anteil von mehr als sechs Prozent des Gesamtbudgets aus, wie es heißt. Die Umsätze konnten mit dem Verkauf von Fantrikots, Schals und Kalendern in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent gesteigert werden. Dennoch sieht Winkler Potenzial: „Ich würde mich freuen, wenn wieder mehr VSV-Fans mit Fandressen zu unseren Spielen kommen würden.“
Nachwuchsförderung und zweite Halle als Strategie
Obwohl klassische Ablösesummen im Eishockey nicht üblich sind, investiert der VSV stark in seine Nachwuchsarbeit. Mit drei Meistertiteln im Nachwuchsbereich (U13, U15, U17) zeigt sich der Erfolg dieser Strategie. Ein entscheidender Schritt für die Zukunft wird laut Winkler der Bau einer zweiten Eishalle sein, die dem Klub eine noch professionellere Ausbildung des Nachwuchses ermöglichen soll.
Hinter der bestehenden Halle soll heuer der Baustart erfolgen© KLZ/Klaus Steiner
Dieser soll noch heuer umgesetzt werden und ist mit Kosten in der Höhe von 20 Millionen Euro verbunden. Die großzügiger kalkulierte Kostenaufteilung: Die Stadt Villach soll 13 Millionen Euro begleichen, acht Millionen Euro umfasst die zugesicherte Landesförderung, fünf Millionen Euro jene des Bundes.