Wenn der Sicherstellungsauftrag laut Kronen-Zeitung-Artikel vom Finanzamt kommt, dann handelt es sich um eine Million Steuern (Umsatzsteuer, Lohnsteuer), kann aber auch die erwartete Geldstrafe für das Finanzvergehen mitumfassen. Um die Sozialversicherungsbeiträge Unselbständiger (Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung) kümmert sich hinsichtlich Sicherstellung die Österreichische Gesundheitskasse selbst.
Ich habe gerade zwei Fälle in dieser Preisklasse aus der Baubranche (Schwarzlöhne finanziert mit Schwarzumsätzen) hereinbekommen und meinen Mandanten gesagt, sie sollten sich besser warm anziehen in Erwartung dessen, was da jetzt alles auf sie zukommt. Alles was deutlich über 500.000 Euro hinausgeht, wird selbst im Milden Westen inzwischen recht harsch sanktioniert. Von Linz und vom Fernen Osten und Süden rede ich noch gar nicht.
Du meinst wohl diesen Satz von Baumgartner: "Herr Freunschlag spricht damit Gelder an, die ihm aus bislang noch nicht geflossenen Förderungen aus der letzten Saison wirklich zustehen. Auch wenn alle Abtretungsverträge längst unterzeichnet sind, kann das Kapitel Freunschlag deshalb erst endgültig beendet werden, sobald er diese Gelder bekommen hat”, meint Baumgartner gegenüber der Zeitung."
Das ist, mit Verlaub, eine Nebelgranate, weil es nicht um Coronahilfsgelder geht, auf die Freunschlag mit seiner Profi GmbH womöglich noch wartet und die, wie Du ganz richtig schreibst, steuerfrei bezogen werden können -, sondern um einen vom "Finanzamt Österreich", Außenstelle Linz, wegen einer "Nachzahlung" von einer Million Euro Steuern erlassenen "Sicherstellungsauftrag" (Krone nennt es "Pfändungstitel") nach § 232 Bundesabgabenordnung, mit dem noch vor dem Steuerbescheid, weil zB die Höhe der Steuerschuld noch nicht feststeht, ein Exekutionstitel ("Pfändungstitel") geschaffen wird wegen der Gefahr, dass der Abgabenschuldner, die Profi GmbH des PF, nicht zahlen wird/nicht mehr zahlen wird können.
Eine weitere Nebelgranate zündet Baumgartner gleich am Anfang: "Weder Herr Freunschlag noch die GmbH haben mit der neuen Führung oder mit dem jetzigen Vereinskonstrukt etwas zu tun. Leider kommen wir trotzdem erneut in die Schlagzeilen”, so Baumgartner gegenüber der “Kronen Zeitung”.
Das stimmt schon, vernebelt aber, dass die "Steinbach Black Wings Linz GmbH" als Nachfolger der Profi-GmbH, weil sie deren Assets wie die alten Spielerverträge übernommen hat, sehr wohl zur Haftung herangezogen werden kann für die Steuerschulden der Profi GmbH. Dass PF im Verein und in der Nachfolge-GmbH nichts mehr zu sagen hat, ändert daran gar nichts.
Nur wenn PF mit oder ohne Coronahilfsgelder alle Steuerschulden der Profi-GmbH beglichen haben wird, ist die Steinbach Black Wings Linz GmbH diesbezüglich aus dem Schneider.
Das bisherige Ausmaß und wie schamlos hier offenbar agiert wurde ist einfach unfassbar.
Nicht auszudenken was hier noch kommen kann,
gut wenn das wirklich endgültig abgeschlossen ist.
Bis dahin ist für mich halt kein glaubhafter und seriöser Neuanfang passiert,
auch wenn ich den Spielern natürlich trotzdem sportlich alles Gute und viel Erfolg wünsche.