Der HC Innsbruck braucht einen neuen General Manager: Günther Hanschitz stellte seinen Abschied mit Ende der laufenden Amtsperiode in Aussicht.
Innsbruck – Es war fast ein Nebensatz, in dem Günther Hanschitz, der General Manager des HC Innsbruck, gegen Ende des Partner-Abends der Haie eine doch überraschende Entscheidung mitteilte. „Ich werde mein Amt nach Ende der Funktionsperiode nicht mehr fortführen.“ Das heißt, dass der HC Innsbruck Ende 2027 einen neuen Vorstandsboss brauchen wird. „Ich kann das nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag machen“, präzisierte der langjährige Ober-Hai später. „Das gibt es in jedem Unternehmen, neue Ansätze und Ideen wären angebracht.“ Es wird das Ende einer langen Geschichte sein: 1994 hatte u. a. der 66-Jährige die Haie gegründet.
80 Fans, Sponsoren und Partner kamen
Knappe eineinhalb Stunden zuvor: „Ein ehrlicher Blick. Ein gemeinsamer Weg.“ Das stand auf drei Bildschirmen, die den Raum im zweiten Stock der Innsbrucker Olympiahalle – wenn man so will – schmückten. Davor: zwei lang gezogene Tische, an denen später Spieler, Trainer und auch Vorstände Platz nehmen sollten. Willkommen beim Partner-Abend des HCI, bei dem ein Blick in Zukunft und Gegenwart des Vereins geworfen werden sollte, nachdem bald eine weitere Saison – die aktuelle läuft ja noch – sportlich enttäuschend ausfallen wird. Knapp 80 Fans, Sponsoren und Partner hatten sich eingefunden und erwarteten sich Antworten.
Und geredet wurde knapp eine Stunde so einiges, gesagt aber am Ende trotzdem nicht viel Konkretes, zumindest was die sportliche Situation betrifft: Zunächst betonte Marketingvorstand Jürgen Zimmermann, der mit einer vorbereiteten Präsentation zum Sprachrohr wurde, die Stärke der Liga und das finanzielle Ungleichgewicht gegenüber so manchem Kontrahenten, um zu ergänzen: „Den Verein gibt es seit 32 Jahren, wir haben sehr treue Fans, treue Partner und können den Status quo nicht beschönigen.“ Wie sollen die Lösungsansätze aussehen? Das Wichtigste: Realismus. „Realistische Ziele müssen erreichbar sein.“ Das heißt übersetzt, eine Platzierung im Grunddurchgang zwischen Platz sieben und zehn – und damit der Einzug in die Pre-Play-offs. Mittelfristig wolle man nicht jedes Jahr 15 bis 16 Spieler austauschen und langfristig ein „stabiler Profi-Verein“ sein.
Flo Pedevilla und Ryan Kinasewich bilden auch in der kommenden ICE-Saison das Trainer-Duo der Innsbrucker
© Axel Springer
Es geht um das Geld
Je länger die Präsentation dauerte, desto klarer wurde, worum es in erster Linie ging: Die Haie brauchen Geld. Die einfache Rechnung: Ein höheres Budget ist gleich bessere Spieler. Ob das wirklich so einfach ist? Die Installation eines Sportlichen Leiters sei zwar ein „Wunsch, aktuell aber nicht Priorität.“ Zumindest Trainer Ryan Kinasewich gab ein Treuebekenntnis ab: „Ich sehe mich als Mann mit Charakter. Ich habe mich verpflichtet und werde in der kommenden Saison da sein“, bestätigte der US-Amerikaner. U. a. mit Steven Owre wurde verlängert, einige Neue sollen schon fix sein.
Emotionen bei der Fragerunde
Am Ende bleibt nach einem durchaus emotionalen Austausch eine Erkenntnis: Das Eishockey-Herz schlägt in Tirol, es braucht aber einiges an veränderter Struktur, um tatsächlich an alte Zeiten anzuknüpfen. Sportlich ist die aktuelle Saison gelaufen: Nach dem Match am Freitagabend gegen Graz geht es am Samstag (17.30 Uhr) gegen die Vienna Capitals weiter.
Günther Hanschitz will in guter Erinnerung bleiben - in der kommenden Saison ist der 66-Jährige definitiv noch an Bord.
© Axel Springer
Aber zurück zu Hanschitz. Ist der Abschied fix, oder könnte das Feuer noch einmal zu brennen beginnen? „Das glaube ich nicht, das sollen dann jünger Leute machen.“ Eines ist klar: Ende 2027 endet eine Ära mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen.