So homogen und durchgehend stark war selten eine Mannschaft. Brei all den Möglichkeiten ist anzuerkennen, dass man richtige Entscheidungen getroffen und gut gearbeitet hat. Gratuliere!
Geld ist das eine, aber dass zusammengewürfelte Ansammlungen von "Stars" dann auch nicht immer als Mannschaft funktionieren, haben wir in Salzburg auch schon phasenweise erlebt. Gefühlt stellt in Graz diese Saison jeder sein Ego in den Dienst der Mannschaft, dann kommt mitunter so etwas raus.
Gedanken wie diese 2 Kommentare aus dem Saisonthread der Grazer und ähnliche Aussagen von Dominique Heinrich bei der gestrigen Übertragung schwirren mir schon seit Beginn des Finals durch den Kopf.
Mit einem so radikalen Umbruch zu einem derart starken Kollektiv in so kurzer Zeit hat es sowas im österreichischen Eishockey schon mal gegeben?
Da ich mich zu EBEL Zeiten und davor nicht so intensiv mit der höchsten Liga beschäftigt habe, würde mich da die Einschätzung der Auskenner hier interessieren.
Auch wenn mit Jerich ein sehr großzügiger Geldgeber zur Verfügung steht, muss man einen derartigen Change in der Organisation erst mal so erfolgreich durchführen. Ein Hannes Kartnig hatte damals sicherlich vergleichbar große finanzielle Möglichkeiten und hat gar keinen Titel geholt. Und die Vergleichsbeispiele aus der Liga, die sich mir aufdrängen, waren auch nicht so schnell erfolgreich wie die Grazer.
Ralph Krueger ist mit der VEU erst in seiner dritten Saison Meister geworden.
Die Vienna Capitals haben nach dem Einstieg von Hans Schmidt vier Saisonen bis zum Titel benötigt.
Salzburg war nach dem Aufstieg und ernsthaften Einstieg von Dietrich Mateschitz auch erst in der dritten Saison Meister.
Alle drei hatten zudem zu ihrer Zeit wesentlich weniger Konkurrenz - nur 4 Ligateams bei Feldkirch und 7 Teams bei Wien - oder haben noch wesentlich mehr Geldmittel eingesetzt. Red Bull hat beim Rebuild mit Kalt, Koch, Trattnig, Lakos, Trattnig und Divis allein ein mögliches Starting Line-up des damaligen Nationalteams verpflichtet und am Weg zum Titel haben auch noch Stars wie Irbe, Thoresen oder Hendrickson für Salzburg gespielt. Das sieht am Papier nach einer ganz anderen Größenordnung aus, als das was Graz in den letzten beiden Saisonen gemacht hat.
Alle drei Teams scheinen zu der Zeit auch budgetär wesentlich über dem Rest der Liga gestanden zu sein. Das kann man von Graz eigentlich nicht behaupten. Salzburg und wahrscheinlich auch der eine oder andere ausländische Club waren in den vergangenen beiden Saisonen mutmaßlich ebenbürtig oder zumindest nicht weit weg von den Grazer Möglichkeiten.
Wie seht ihr da Leistung bei der Kaderplanung und beim Change in der Organisation von dem sportlich Verantwortlichen Pinter, Geschäftsführer Vollmann und mit Abstrichen natürlich auch Ex-Trainer Lange, der ja den Meisterkader auch mit aufgebaut hat?
Mir ist bewusst, dass Jerich sehr viel Geld investiert hat, doch das haben andere in der Liga auch schon getan und keiner hatte so schnell Erfolg damit. Könnt ihr diese These teilen oder gibt es noch Beispiele, die ich übersehen habe?