Ich könnte nie Bergretter sein. Bin seit Jahren zwar fast jede freie Minute irgendwo im Gelände (Wald, Berg,Gipfel) unterwegs und bin wirklich mittlerweile der Meinung, dass mit den Jahren und den Zeiten sich der Mensch am Berg dümmer verhält und sich dorthin stetig weiterentwickelt. Einerseits hat man mittlerweile die Touristen in div. Ausführungen am Berg oder die Kampfsportler mit dem Höher/Schneller/Weiter Kick und Puls-Uhr für jede Sekunde schneller oben zu sein. Egal welche Gefahr. Letzten Mittwoch am Glockner hätte ich fast wieder mal die Nerven verloren mit einem "Extremsportler". Meine Begeisterung und Aussagen dazu hat sein Kletterpartner verstanden, er nicht.
Ich könnte echt kein Bergretter sein, weil bei jeder Rettung würde ich sie zuerst abfotzen... und dann retten... oder neben dem Retten durchgehend fotzen.
Die Anzahl der Leute, die man in den Bergen trifft, hat sich in den letzten 30 Jahren potenziert. Dadurch hat sich halt auch die Anzahl der Vollidioten am Berg vervielfacht.
Früher war es üblich, dass man jeden gegrüßt hat, den man begegnet. Heute laufen oder fahren die Mehrzahl wortlos an dir vorbei oder schaun auf irgendein HandyApp, um dir nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Mich stört diese Entwicklung auch extrem.
Ich bin ja auch kein Bergretter...hat sich nie ergeben. Ich hab aber extrem viele in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Von daher weiß ich, dass das Hauptmotiv der meisten ist, dass man dort Leute mit ähnlichen Interessen kennenlernt, eine versierte alpinistische und rettungstechnische Ausbildung bekommt und letztlich auch seine gemeinsamen Vorlieben auf gemeinsamen Touren teilen kann. Die Freude an Einsätzen wird sich immer in Grenzen halten, weil das halt oft zu Unzeiten passiert bzw. viele Einsätze vermeidbar wären. Es gibt aber sehr wohl auch die Erfolgserlebnisse, wenn man einem Verletzten helfen kann und alles gut ausgeht...v.a. dann, wenn er sich nicht nicht nur durch eigene Dummheit in diese Lage gebracht hat.