Die Zuschauerzahl kam jetzt nicht wirklich überraschend. Die Leistungen der letzten Runden kann man wohl kaum als Werbung in eigener Sache betrachten, durch die TV- Übertragung zog ich es auch mal vor, ausnahmsweise nicht in die Halle zu gehen.
Ob das Grazer Publikum wirklich mehrheitlich aus Erfolgsfans besteht, kann man diskutieren. Der ausgezeichnete Grunddurchgang 09/10 brachte zwar den höchsten Zuschauerschnitt der letzten Jahre, dieser war jedoch mit 2500 auch nicht gerade berauschend. Hier wurde, und da muss ich Khayman widersprechen, durchaus attraktives Hockey geboten. Vor allem die damalige Leionärslinie um Healey brachte nach einiger Zeit wieder ansehnliche Spielzüge aufs Liebenauer Eis.
An den PR - Aktionen wirds wohl auch nicht liegen, wie von User 99ers4ever richtig festgestellt. Selten war man in der Stadt auf Plakaten und in Printmedien so präsent.
Für meinen Teil denke ich, dass der Misserfolg und Interessensschwund aus einer Mischung von
a) nicht vorhandener Publikumslieblinge, b) teils Horrorsaisonen und c) Managementfehlern resultiert.
ad a) Zu Zeiten eines Roland Schurians ( 03 - 06 ) konnte man gleich nach Ende des Spiels noch ein Bier holen gehen, um auch im 4. Drittel nicht verdursten zu müssen. Diese zusätzliche (einfachen) Einlagen und Feierlichkeiten gefielen den Zusehern und so hieß es oft genug von den Rängen "ohne Schurli gehen wir nicht nach Haus" . Hier konnte man auch mit dem sehr guten Schnitt von 3200 Zusehern (04/05) den besten Zuschauerzuspruch der Vereinsgeschichte erzielen. Auch war die Stimmung verglichen mit der heutigen Situation 1000:1. Der Kampfgeist war ein ganz ein anderer und so viele Spiele konnten nach hohen Rückständen noch gedreht werden. Heute kannst bei 0:3 vergeblich auf eine Aufholjagd warten. Die Rolle des Publikumslieblings und Identifikationsfigur konnte in den Anfangsjahren zum Teil noch ein Jan einnehmen. Deren Rolle konnte in den letzten Jahren jedoch keiner mehr übernehmen.
ad b) Auch ein treuer Fan, als solchen ich mich durchaus sehe, kommt bei teils grauenhaften Leistungen nicht mehr zu jedem Spiel, sofern er keine masochistische Verlangung besitzt. Hätte man die Saison 9/10 mit einem guten Halbfinale bzw. sogar einem Finale abgeschlossen, was durchaus im Bereich des möglichen lag, wäre wohl auch wieder ein kleiner "Boom" entstanden. So gab es zwar den 1. Platz im Grunddurchgang, schlussendlich war außer Spesen aber wieder nichts gewesen. Über die zuschauervergraulenden Saisonen davor , wurde bereits genug berichtet/ geschimpft.
ad c) Passend zu Punkt a) kann ich mich noch an die Transparente mit dem "Spielerfriedhof" erinnern. Hier wurden in wenigen Jahren zig Spieler durch das Management eliminiert, die das Publikum zum Teil gern gesehen hatte.
Auf Legionärsseite ist es mittlerweile sowieso auffällig, dass man jedes Jahr die besten Spieler am Ende der Saison abgibt und mit durchschnittlichen Legionären besetzt. Sei es 2009 Healey und Day oder letzte Saison Oullette. An Aktionen von Priversek oder "kuriosen" Aussagen und Handlungen von Steinburg will ich mich gar nicht mehr zurückerinnern. Schlussendlich kosteten diese aber einen tollen Fanclub, einen Stimmungsmacher wie Miro mit seiner Trompete und daher auch viele Zuschauer.
Aus Managersicht positiv anzumerken sind, die vergleichweise billigen Karten, die Ermäßigungen gegen die ausländischen Teams, die leider noch weniger Leute in Graz interessieren, sowie die 40% Kostenreduktion.
Sollten diese Zahlen stimmen , ist glaub ich, ein halbwegs konkurrenzfähiges Team auf die Beine gestellt worden. Einen Zuschauerboom wird man mit 8 neuen durchschnittlichen Legionären ohne große Erfolge auch dieses Jahr nicht auslösen können.
So das war jetz kunterbunt ein bissschen Frust, bisschen Nostalgie , aber insgeheim ein bisschen Hoffnung auf eine doch noch erfolgreiche Saison.
Freue mich auf Freitag und einem gut besuchten Bunker. ![]()