Liga-Rekord: KAC-Keeper Sebastian Dahm: „Ich vermisse JP Lamoureux“
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KAC-Keeper Sebastian Dahm: „Ich vermisse JP Lamoureux“
Porträt. Im Pustertal gelang dem KAC-Torhüter das 50. Shutout in der heimischen Liga. Ein Rekord. Bereits heute (19.15 Uhr) geht es zu Dauerrivale Salzburg.
Im Jahr 1965 wurde in Österreich die Eishockey-Bundesliga gegründet und hat im Laufe dieser 60 Jahre viele Wandlungen durchzogen. Sei es in puncto Teilnehmer oder bei der Namensgebung. Heute heißt die höchste Spielklasse bekanntlich ICE Hockey League. Und in der ist ein Torhüter eine lebende Legende. Die Rede ist von Sebastian Dahm. Der Däne ist in seinem achten Jahr in der Liga, zwei Saisonen absolvierte er in Graz, nach einem Deutschland Abenteuer ist er nun in seiner sechsten KAC-Saison. In der gelang ihm beim jüngsten 4:0 im Pustertal ein Meilenstein: Das 50. Shutout in der Liga. Dafür benötigte Dahm „nur“ 372 Spiele. „Das bedeutet so viel für mich. Ich habe von dem Moment, diesem Rekord tatsächlich geträumt. In dem Wissen, wie schwer das ist, genieße ich diesen Moment schon sehr. Wenn ich eines Tages im Schaukelstuhl sitze, werde ich mich daran zurückerinnern.“
Den Rekord von 50 Shutouts teilt sich Dahm jetzt ausgerechnet mit seinem Dauerrivalen JP Lamoureux, der im Sommer seine Karriere beendete. „Ich vermisse ihn wirklich“, sagt Dahm grinsend und konkretisiert: „Wir waren immer Rivalen, ich hatte immer so viel Respekt vor JP. Von der Größe und vom Torwartspiel ähneln wir uns auch. Die Partien gegen ihn – vor allem, als er beim VSV spielte – waren immer die besten.“ Generell liebt Dahm die Duelle mit den Besten der Liga. „Es ist jedes Mal eine Challenge, die richtig guten Stürmer davon abzuhalten, ein Tor gegen mich zu erzielen. Daher liebe ich Spiele gegen Brian Lebler und John Hughes am meisten, weil sie einfach so gut sind“, sagt Dahm, der die eigenen Statistiken immer im Blick behält: „Schon als Kind war ich gut in Mathe, inzwischen habe ich auch einen Abschluss in Mathematik und Statistik von der Kopenhagen Business School. Ich schließe gerne logische Dinge aus Zahlen, liebe sie einfach.“
Eine Ziffer, die er aber nicht im Kopf hat, ist jene des Alters beim Karriereende. „Es geht immer darum, ob sich meine Familie, meine drei Töchter, hier im Leben in Österreich wohlfühlen. Und das ist bislang total der Fall. Aber auch darum, wie lange ich Leidenschaft habe und auf dem Niveau, das ich mir vorstelle, spielen kann. Noch ist das Feuer voll da, der KAC und ich passen gut zusammen. Im Moment fühle ich mich so, als hätte ich noch sicher drei Jahre im Tank“, so der 38-Jährige, der auch das Zusammenspiel mit Backup Florian Vorauer schätzt: „Er entwickelt sich immer besser, wir sind eine gute Kombi. Er kommt aus einer anderen Generation, hat Hockey etwas anders gelernt als ich. So können wir beide voneinander profitieren, wir arbeiten sehr eng zusammen.“
Gutes Zusammenspiel mit Backup Florian Vorauer
Vorauer absolvierte heuer schon sieben Spiele (Fangquote 91,7 Prozent), in den ganz großen Spielen ist aber die Nummer eins gefragt, so wie heute in Salzburg, wo Dahm selbstbewusst hinblickt: „Wir spielen im Moment so gut, auf dem müssen wir aufbauen und mit frischen Köpfen und Beinen in die Partie gehen.“ Und vielleicht überflügelt Dahm Lamoureux ja schon heute.