du kennst dich mit den ungarischen Verhältnissen sicher viel besser aus, als ich. Aber liege ich mit meiner Vermutung gänzlich falsch, dass ein ICE Eishockeyverein aus Budapest defakto wie ein zweiter HCB agieren würde, was Doppelstaatsbürgerschaften und damit Spielberechtigungen fürs Nationalteam betrifft? Ich denke, dass in Budapest auf Dauer auch mehr Großsponsoren oder Mäzene motivierbar wären, als im entfernten Székesfehérvár. Das Glück für die ICE könnte sein, dass Székesfehérvár halt nicht Budapest ist, sondern umgelegt auf Südtiroler Größenverhältnisse nur Bruneck?
Nein - glaube ich nicht, dass dies so gewesen wäre. Dazu ist Eishockey in Ungarn einfach zu unbedeutend, die große Eishockeyeuphorie welche mit dem 2. Platz bei der WM Div.1 in Szekesfehervar 2002 begonnen und mit dem Aufstieg in die Weltgruppe 2008 ihren Höhepunkt erreicht hat ist erloschen. Da hätte es keinen Sponsor gegeben der hier aufgesprungen wäre. MAC wäre in der EBEL auf den letzten Tabellenplätzen zu finden gewesen, aber das Thema ist jetzt sowieso vom Tisch, es gibt keinen Verein in Ungarn der Interesse hätte in der ICEHL mitzuspielen.
Szekesfehervar ist (vielleicht neben Miskolc) mehr oder weniger ein galisches Dorf welches die Fahne des ungarischen Eishockeys hoch zu halten versucht.
Fußball (sowieso) und vor allem Handball sind zu dominant (wieder geworden). Im Handball können 5000er Hallen gefüllt werden (Györ, Veszprem), es werden CL's gewonnen, die Damen qualifizieren sich für Olympia, die Männer mit einer jungen Mannschaft bei der WM fünfte. Nächstes Jahr ist in Ungarn die Männer EM, die Männer daheim auch gegen internationale Topländer schon seit Jahren ungeschlagen, da rechnet man sich einiges aus. Denen gehören die Schlagzeilen in den Medien.
Für Eishockey sehe ich nur zwei Chancen zu einer "Schubumkehr"- die Eröffnung der neuen Halle in Szekesfehervar und die gemeinsam zum 100-jährigem Jubiläum des ung. Eishockeyverbandes geplante WM 2028 gemeinsam mit der Slowakei in der neuen Budapestarena für 18.000 Zusehern.