laola1-artikel: [Popcorn]
13.Jänner 1992: Gjerpen-Kapitänin Siri Eftedal erklärt nach der 19:28-Niederlage gegen Hypo, die holländischen Schiedsrichter seien bestochen gewesen. Die Gjerpen-Trainer Andersen und Eriksrod sahen Rot, weil sie wegen einer strittigen Siebenmeterentscheidung zu heftig reklamiert hatten.
Prokops Konter auf die Vorwürfe: „Das ist ein Skandal. Wir werden Eftedal beim internationalen Verband anzeigen und eine lebenslange Sperre fordern!“
9.Mai 1993: Hinspiel im Finale um den Meistercup. Hypo gewinnt bei Vasas Budapest 17:14, dennoch hat Prokop Kopfschmerzen.
Grund: der Manager der Niederösterreicherinnen wird von einem mit einer Schleuder geschossenen Gegenstand am Kopf getroffen, geht k.o.
„Ich weiß nicht, was es war, aber das hat mit Emotionen, wie sie der Sport braucht, nichts zu tun“, so Prokop nach dem Spiel mit Pflaster auf der Wunde. Der Klubarzt spricht von „leichter Körperverletzung“.
12.November 1995: „Das sind kriminelle Zustände!“ Hypo gastiert im Europacup bei Buducnost Podgorica. Während des gesamten Spiels explodieren Knallkörper, einer davon trifft Nicole Peissl, die Verbrennungen im Gesicht erleidet.
Podgorica wurde mit einer Geldstrafe und einer sechsmonatigen Hallensperre für EHF-Spiele belegt.
„I sag gar nix, aber das ist ungefähr so, wie wenn ein Fußballer in der letzten Meisterschaftsrunde wegen grober Tätlichkeit ausgeschlossen wird, und dann zwei Monate nicht spielen darf, um in der ersten Runde schon wieder dabei zu sein!“
18.April 1999: Hypo Niederösterreich verpasst durch ein 20:24 und ein 5:6 im Siebenmeter-Schießen bei Dunaferr SE den Einzug ins Champions-League-Finale.
Nach dem Spiel wird Prokop im Kabinengang von zwei ungarischen Ordnern niedergeschlagen. Ein Rippenbruch, eine Gehirnerschütterung, Prellungen und eine irreparable Glaskörper-Ablösung am rechten Auge sind die Folge.
„Das kann in meinem Alter nicht mehr hergestellt werden!“ Dunaferr wird in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 200.000 Schilling (14.534 Euro) verurteilt, nachdem Prokop gegen das erste Urteil berufen hatte.
18.April 1999: Selbes Spiel, anderer Streitpunkt. Prokop sieht Unstimmigkeiten bei der Zeitnehmung, wirft den Schiedsrichtern vor, bei einer Unterbrechung vergessen zu haben, die Zeit anzuhalten.
„Der Richtertisch ist erst eine halbe Minute später draufgekommen und hat die Uhr eigenmächtig auf 17 Sekunden zurückgestellt, obwohl die Unterbrechung nur fünf Sekunden gedauert hat.“
Der Treffer zum 24:20 für die Ungarinnen, der das Siebenmeter-Schießen erzwang, fiel erst in letzter Sekunde. Für Prokop ein „manipulierter Fehler“, die EHF bestätigte das Ergebnis aber. „Damit fordert man jeden Kampfrichtertisch zur Manipulation auf!“
27.Mai 2000: Hypo gewinnt trotz 20:22-Niederlage in Skopje zum achten Mal in der Vereinsgeschichte den Meistercup der Damen. Nach Spielende kommt es in Mazedonien zu Ausschreitungen, bei denen ein österreichischer KFOR-Soldat von einem abmontierten Plastiksitz im Gesicht getroffen wird.
Gunnar Prokop geht nach einem Ellbogencheck von einem Hooligan k.o. „Wenn es jetzt keine Sperre gibt, dann nie. Da könnte genauso gut einer kommen und mir ein Messer hinein rammen. Das hat mit Handball nichts mehr zu tun!“
Nach dem Spiel darf Hypo aus Sicherheitsgründen nicht zurück ins Hotel, da in der Innenstadt 20.000 Skopje-Fans unterwegs sind, die sich das Finale auf einer Leinwand angesehen haben.
9.Juni 2000: Vinko Kandija einigt sich mit Hypo auf einen Ein-Jahres-Vertrag, der ihn auch zum Damen-Teamchef macht. Kleiner Schönheitsfehler: der Kroate hat zuvor bereits beim Männer-Klub Margareten unterschrieben.
Die Wiener sprechen von einem Skandal, für Gunnar Prokop ist der Fall klar: „Vinko hat sich für uns entschieden, alles andere interessiert mich nicht. Die Sache ist für mich erledigt!“
14.Dezember 2000: Gunnar Prokop attackiert nach der EM in Rumänien den Handball-Verband.
„Der Verband ist für diese blamable Vorstellung der Alleinschuldige. Es ist skandalös, wie sich Österreich, das seit 1989 eine Top-Nation ist, dort präsentiert. Seit Sydney (Olympische Spiele, Anm.) hat sich überhaupt nichts getan!“
Auch für den damaligen ÖHB-Präsidenten Gerhard Hofbauer gibt es eine Breitseite: „Es ist ein Skandal, dass er in Rumänien ist und nur einen Tag mit dem Team verbringt!“
23.Jänner 2001: „Die Frauen gehören in die Kuchl, sollen die Kinder erziehen und aus. Ich bin da ein Revoluzzer“, erklärt Gunnar Prokop in einem Interview sein Frauenbild.
Die verstorbene Liese Prokop, damals Innenministerin, muss umgehend reagieren, sagt aber wenig später, dass sie ihren Mann „gar nicht anders“ haben will.
„Er hält Kinder nun einmal für so wertvoll, dass sich die Frauen vollends ihrer Erziehung widmen sollten.“
17.Februar 2001: Von den Tribünen in der Südstadt hallen Schiebungsrufe. Hypo verliert das letzte Gruppenspiel gegen Buducnost Podgorica 29:30 und scheidet als Tabellendritter vorzeitig aus der Champions League aus.
Prokop gibt die Schuld den beiden schwedischen Schiedsrichtern. „Das war ein Skandal, wie ich ihn in der Südstadt noch nie erlebt habe. Vor den Funktionären Europa-Verbandes, der seinen Sitz in Wien hat, scheißen sich alle hier an!“
20.August 2008: Wieder Aufregung um Aussagen von Gunnar Prokop zum Thema Frauen. In der Fernsehsendung „Seitenblicke Gourmet“ sagt der Handball-Zampano, dass Frauen nicht hinter den Herd, sondern vor den Herd gehören, da hinter dem Herd ja die Wand sei.
Für die SPÖ ein Skandal: „Damit hat er die Möglichkeit, sich von seiner unqualifizierten Aussage seinerzeit zu distanzieren nicht nur verabsäumt, sondern sich einmal mehr als Verächter von Gleichberechtigung und Modernität bestätigt!“