Michael Grabner hat sich für die Auswärtsreise mit den Spielen in Tampa Bay (Donnerstag) und vor allem bei den Florida Panthers (Samstag) besonders einiges vorgenommen. Denn der 23-jährige Villacher war von Florida verpflichtet, doch nach schwachen Leistung in den Testspielen überraschend ins Farmteam abgeschoben worden, die New York Islanders holten den Stürmer im Sommer in die NHL zurück.
Im Interview spricht Grabner über Enttäuschungen, Hoffnungen und ein Stück Fleisch.
KURIER: Sie waren in vier Monaten bei drei NHL-Teams. Was ist bei den New York Islanders anders?
Michael Grabner: Es gefällt mir sehr gut, wie dir die Trainer alles erklären. Am Tag nach dem Spiel zeigen sie dir Videos und sagen dir, was sie sehen wollen. In Florida hat der Trainer in zehn Tagen nicht einmal mit mir gesprochen. In Vancouver war jeder Spieler bekannt und ist auf der Straße überall erkannt worden.
Wurden Sie informiert, dass Sie von Vancouver weg müssen?
Mein Agent hat mir am Tag davor ein Mail geschrieben, dass ich vielleicht abgegeben werde. Danach hat er mir gesagt, dass es nach Florida geht. Als Spieler weißt du nicht, wo du hinkommst.
Ist das schwierig für einen Spieler, wenn er ohne sein Wissen quer über den Kontinent verschoben wird?
Ich habe in Vancouver keinen Stammplatz gehabt und mir kein Haus gekauft. Mir ist es nicht so schwergefallen. Als junger Spieler hast du nichts zu reden.
Die Vorgangsweise von Florida hat überrascht. Sie wurden geholt und noch vor der Saison abgeschoben.
Ich hab' in den Tests wirklich schlecht gespielt. Als dann andere Mannschaften interessiert waren, haben alle gefragt, ob was im Trainingscamp passiert sei, weil mich Florida weggeschickt hat. Ob ich mit dem Trainer gerauft habe.
Thomas Vanek sprach davon, dass die Spieler in der NHL ein Stück Fleisch seien.
Ja genau. Sie können machen was sie wollen mit dir. Deshalb lassen sich die Stars in den Vertrag schreiben, dass sie nicht abgegeben werden dürfen. So sieht man wenigstens was von der Welt. Wenn du jung bist, ist es nicht so schlimm.
Am Samstag gastieren Sie in Florida. Ein besonderes Spiel?
Dem Trainer und dem Manager will ich schon zeigen, dass ich was kann. Aber wichtiger ist, dass wir gewinnen.
Sind die Islanders die richtige Mannschaft für Sie?
Mit dem Trainer bin ich sehr zufrieden. Wie er mit den Spielern redet, und auch seine Systeme gefallen mir gut. Jetzt haben wir noch einige Verletzte. Wenn die zurückkommen, dann haben wir eine gute Mannschaft, die für das Play-off gut ist.
Sie sind einer der schnellsten NHL-Spieler. Wie wird man ein so guter Eisläufer?
Das wurde ich schon oft gefragt. Ich habe nie Eislaufkurse oder speziell trainiert. Das ist angeboren.
Sie wirken rein optisch muskulöser als in den vergangenen Jahren.
Ich habe heuer im Sommer mehr auf das Gewicht geschaut. Jetzt bin ich bei 85 Kilo. Also fünf, sechs Kilo habe ich zugenommen.
Müssen Sie noch erklären, dass Sie Österreicher sind und wo Österreich liegt?
In letzter Zeit nicht mehr. Bei den Islanders war ja auch Thomas Pöck. In Florida haben mich schon mehrere auf Australien angesprochen. Ich sag' jetzt nur noch, dass ich aus Europa bin.
Was macht man auf Long Island, wenn man nicht Eishockey spielt?
Noch leben wir im Hotel neben der Halle. Ich war einmal mit Freundin und Hund am Strand. Wir haben so viele Spiele in kurzer Zeit gehabt und kaum Freizeit. Manhattan soll nur 40 Minuten entfernt sein. Vielleicht schaffen wir es ja bald.
Gott sei Dank hat er die Sommerdepression überstanden. ![]()