Wettskandal: Auch deutsche Spieler unter Verdacht
Die Gerüchte um Wettmanipulationen im Tennis lassen nicht ab. Ein angeblich noch aktiver deutscher Spieler hat zwei seiner Landsleute beschuldigt. Tommy Haas hat auch schon Unregelmässigkeiten beobachtet und fordert: «Es wird Zeit, dass endlich Namen genannt werden.»
Tommy Haas ist für die schonungslose Aufdeckung von allfälligen Wettmanipulationen. Ein angeblich noch aktiver deutscher Spieler, der anonym bleiben will, hat vor laufenden TV-Kameras behauptet, dass zwischen Juli 2002 und September 2007 mindestens zwei deutsche Profis in Wettmanipulationen verwickelt seien. In der Sendung «sport inside» des WDR (22.45 bis 23.15 Uhr) berichtet der Insider, dass bei Turnieren aller Grössenordnungen bis hin zu den Grand Slams in der Players Lounge regelmässig auf Matches gewettet werde. Dem WDR soll gemäss deutschen Medienberichten zudem eine Liste von 140 Matches vorliegen, die unter Manipulationsverdacht stehen und derzeit von der ATP geprüft werden.
«Ich halte das leider sehr wohl für möglich», gesteht der Spitzenspieler Tommy Haas. Er möchte sich jedoch nicht an weiteren Diskussionen beteiligen, da er selber noch nie angesprochen wurde. Doch Haas warnt allfällige Wettbetrüger schon im Voraus. Er würde diese sofort enttarnen: «Nur schonungslose Offenheit kann Licht in diesen Sumpf bringen.» Haas fordert weiter, dass endlich Namen genannt werden: «Werdet konkret, dann kann man auch was Konkretes unternehmen. Dieses ganze Geschwätz hilft uns nicht weiter.»
Ihm seien auch schon Unregelmässigkeiten aufgefallen. So wie 2005, als beim French Open grosse Summen auf Mariano Puerta gesetzt wurden. Der Argentinier erreichte damals das Finale gegen Rafael Nadal und verlor zwei Wochen später gegen einen absoluten Nobody. «Da denkst du dir schon deinen Teil», so der Beau. Es sei aber im Tennis praktisch unmöglich einem Spieler Absicht bei einer Niederlage vorzuwerfen.