Aber was ist denn ein Spielbetrieb? Die Kosten peckt einer dafür, dass er zuvorderst mal gegen sich selber spielen kann, mehr nicht. Alles andere ist irgendeine Form der Organisation. Ich sehe das Verbandssystem sicher gleich kritisch wie Du, aber gestehe sogar einem Blatter zu, dass sein Job auch nicht so easy-cheesy sein wird, wie es von außen immer dargestellt wird. Wie überall, wo x verschiedene Interessen und Wünsche und Abneigungen unter einen Hut gebracht werden müssen.
Für den Spielbetrieb im Profi bzw. Halbprofibereich und zwar geal in welcher Liga brauchst zumindest mal Personal (Spieler, Trainer, Support Staff von Physio über Zeugwart bis Manager und Sekretariat etc.), Eiszeiten für Training und Heimspiele und Transport zu den Auswärtsspielen, dann sind noch Abgaben zu zahlen, Versicherungen etc... Diese Kosten sind von irgendwem zu zahlen. Typischerweise sind das die Vereine, die Ihre Einnahmen aus den diversen Quellen, die sie so haben (Ticketverkauf, Sponsoring, Merchandising, Förderungen (haben mMn im Profisort nix verloren!) etc) für diese Zwecke aufwenden. Für einen etwaigen Abgang hat der Vorstand des Klubs gerade zu stehen (--> nimmt das Risiko) und zwar ohne, dass sich die Leute einen etwaigen Überschuss direkt auszahlen lassen können (weil ein Verein ja keinen Eigentümer hat der als "residual claimant" Anspruch auf das was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt hat). D.h. die Macher des Vereines haben das finanzielle Risiko mit wenig Gewinnpotential und einen Haufen Hacke (das trifft auch für alle Ehrenamtlichen zu, die den Verein sonst noch so am Laufen halten) und dann sollen die Verbandsoberen, die uU vollständig andere Ziele verfolgen das Sagen haben in welcher Liga die Leute, die Risiko und Arbeit haben ihre Teams antreten lassen sollen? Das kann nur Probleme geben und ist mMn ein grobes institutionelles Fehldesign.
Die Verbände hätten genug zu tun als Serviceleister für die Klubs, koordinative Instanz etc. aber Diktatoren über Wohl und Wehe der Klubs sollten sie (genauso wie eine Stufe drüber der internationale Verband) einfach nicht sein. Wenn das so organisiert wäre müssten die Verbände um sich zu legitimieren produktiv für die Klubs in denen die wirklich wesentliche Arbeit geleistet wird, werken...wie's jetzt ist, kommts mir eher umgekehrt vor, die Verbände leben von der Arbeit der Klubs, die sie für sich nach ihrem Willen ausrichten.