Was hilft mir das Können, wenn die Spieler das dann aber auf NT-Ebene nur im seltensten Falle abrufen können/wollen. So eine Leistung wie von Welser oder Latusa in der abgelaufenen Finalserie hätte ich gerne mal auf NT-Ebene beständig von ihnen gesehen (vor allem auf Top-Div Niveau). Im Prinzip war und bin ich immer dafür, dass die stärksten (und nicht die jüngsten, ältesten, größten, kärntnerischsten, vorarlbergerischsten, bulligsten ...) Spieler das NT-bilden, aber im Ende muss da auch das stärkste Team rauskommen. Sotschi hat ja nur deutlich gezeigt, dass in der Generation der letzten zehn Jahre das mit Teambuilding einfach nicht funktioniert hat: die einen gehen tschechern, andere hauen auf die dann öffentlich hin (obwohl sich die dafür entschuldigt haben), protzen aber auch nicht mit großer Leistung im Entscheidungsspiel. Und im Ende muss man sich schon wundern, wenn im Prinzip fünf Trainer in den zehn Jahren an dieser Truppe gescheitert sind und maximal drei WMS überlebt haben. Ob da das Versagen wirklich nur die Schuld der Coaches und des Verbands war? Viel Selbstkritik hast ja von Seiten der Spieler auch nicht oft gehört.
Im Grunde leidet unser NT an der Selbstüberschätzung von außen wie von innen. Bin ich auch selber lange auferlegen. Darum wurde auch bislang fast jeder Trainer bei Abstieg in die Wüste geschickt, weil Österreich sich ja als Top-Division Nation sieht und Abstieg darum nicht erlaubt ist und nur durch Inkompetenz des Trainers/Verbands verursacht worden hat können. Womit aber auch kaum eine Konstanz & Identität aufgebaut werden konnte. Und sicher waren die Kochs, Setzingers, Welsers und so ein gute Generation, aber im Ende haben sie auf Div1 Niveau brilliert und kaum bei Top-Div WMs. Auch da wurde und wird bezüglich ihrer internationalen Leistungsstufe imo etwas verklärt argumentiert. Ich sehe jetzt nicht wirklich, was uns das weitere Festhalten an der Generation Fahrstuhl für die Zukunft bringen sollte. In wenigen Jahren wäre die jetzige Situation vom Alter her sowieso gegeben, also finde ich den Umbruch für diesmal gar nicht so falsch. Die interne Team-Hierachie der letzten zehn Jahre hat ja auch zu nichts Weltbewegendem geführt, dass sie unbedingt erhalten und weitergeführt werden müsste. Vielleicht tut da eine Neuausrichtung (auch wenn von der individuellen Leistungsstärke her schwächer) in Summe und am Ende gar nicht so viel schlechter (wie im Vorjahr auch gesehen).
Und auch wenn jetzt individuell mit Nödl oder Altmann die cuts vom Namen her erklärungsbedürftig wirken (Swettes Verbleib verstehe ich hingegen schon), wenn dann - wie im Vorjahr - ein besseres Team dabei rauskommt, soll es so sein. Ich gehe mal weiter davon aus, dass das NT auch im dritten Bewerb nach Sotschi die Skeptiker und Zweifler eines Besseren belehren wird.
Ja eh, dass man sich in der Vergangenheit das Leben selber sehr schwer gemacht und das vom Spielermaterial her gegebene Pouvoir nicht sehr gut ausgenutzt hat ist klar. In welchem Ausmaß die Spieler (Stichwort zu lässig, falsches Mindset) oder das Management des Teams (Stichwort Funktionärswesen der alten Schule) dafür verantwortlich waren - keine Ahnung. Dass es nicht nur das eine ohne das andere war glaube ich schon. Das ist die Hypothek die aus den letzten 10 Jahren resutliert. Das Team hat voriges Jahr und auch 2014 nach Sochi bewiesen, dass die Chemie jetzt recht gut zu sein scheint aber das man diesen Aspekt von Team AUT neu und die Power von den einen oder anderen Veteranen nicht kombinieren kann, weil die alle nach 10 Jahren von Verwerfungen jedweder Art den Hut drauf gehaut haben, ist schon sehr bitter. Ein Trattnig, Welser, Latusa aber auch ein Pöck oder Koch täten diesem Team spielerisch einfach immer noch sehr gut...