Liebes Nordlicht
Hilft nix, wir reden aneinander vorbei.
"du hast aber schon bemerkt, daß das 'eigentlich alles' punkto ressourcenmanagement auf unserer welt für den großteil der erdbevölkerung als gescheitert anzusehen ist ...
aber okay, ist geschmackssache, ob man wenige oder viele vom umgang mit den knappen ressourcen profitieren lassen sollt ... "
Du verwechselst eine Definition mit einem Werturteil. Ich habe beschrieben, was wirtschaften bedeutet (Definition ist nicht von mir) "und du kommst mit einer Bewertung des Ergebnisses des Wirtschaftens, wobei du offensichtlich bemängelst, daß dei Verteilung der Resourcen sehr unausgeglichen ist. An deiner Aussage ist was dran, aber sie passt leider nicht zum Thema.
Lohntheorie:
du bringst Beispiele (F1, NHL, etc...) aber keine Theorie waruim das von dir Beobachtete Phänomen stattfindet (und wirfst mir genau das selbe vor)
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"wirst im spitzensport durch eine gewisse vergleichbarkeit der leistungen immer damit leben müssen, daß athleten mit ähnlichen leistungen/erfolgen auch ähnliche vertragskonditionen wie der bestverdienenste vergleichbare athlet fordern (und auch kriegen werden) - und danach treten die athleten, die halt nur bissl drunter performen mit forderung nach anpassung der differenz nach oben auf den plan ... und so weiter und so weiter"
findet sich zwar ein Ansatz einer Theorie (ein guter wie ich finde) aber das Ding ist nicht sehr komplett.
Die Krönung:
"oder wie glaubst sonst, daß die hohen spielergehälter zustandegekommen sind? weil die vereine so sozial & freundlich sind und den spielern freiwillig das geld in den rachen werfen?"
Ich habe eine sehr genaue Vorstellung wie diese Gehälter zu Stande kommen und versuche das seit 3 Postings verzweifelt zu kommunizieren.
Um das zu Präzisieren:
In meinem geistigen Modell, von dem ich meine Aussagen ableite habe ich
eine Zielfunktion für die Klubs (wollen Spielstärke ihres Teams s.t Budgetrestriktion maximieren)
eine Zielfunktion für die (inhomogenen) Spieler (wollen ihr Gehalt maximieren)
und eine Marktnachfrage (nach dem Produkt "Wettbewerb") -funktion, die wiederum die Einnahmen der Klubs und somit deren Budgetrestriktion bestimmt
Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren subsummiere ich folgenden
Satz:
Das Gehalt eines Spielers hängt von der eigenen Fähigkeit (positiv), Fähigkeit und Anzahl der anderen Spieler (negativ) sowie von der Anzahl der Klubs (positiv) in der Liga sowie der Verteilung ihrer Budgets ab negativ bei sinkender Konzentration)
Und die von dir zitierten Rahmenbedingungen lehne ich übverhaupt nicht ab, ich mach ja nix anderes, als ein set von Regeln vorzuschlagen, die den "Prisoners Dilemma" Charakter der Branche abfedern sollen.
Ich möchte zu den Regeln, die du ansprichst (salary cap etc) aber noch sagen, daß die ökonomische Literatur* deren Wirkung nicht nur unbedingt in der Richtung sieht, da ist Vorsicht geboten (bei uns wird oft nach einem salary cap gerfuen, studien -theoretische wie empirische- aus den USA haben aber gezeigt, daß so was mehr eine Umverteilung zw. Spielern und Klubeigentümern bewirkt als eine Stärkung der "competitive balance" und damit eine allgemeine wohlfahrtssteigerung)*
Was die Legionärsgeschichte betrifft kommen wir eh auf keinen gem. Nenner, aber mir ist's ein Anliegen kalr zu mache wie ich argumentier und woher meine Aussagen kommen.
"2 dinge noch: mich irritiert ein wenig, daß du dauernd den spitzensport mit dem freien markt vergleichst (positiv besetzt), unterschwellig aber immer bissl die gehälter der heimischen spieler (die ja nix anderes sind als ein produkt des freien angebot-nachfrage 'spiels') als das 'böse' hinstellst. fehlt da nit ein wen'g die konsquenz in deiner argumentation?"
selbe sache wie ganz am anfang. ich besetze den freien markt nicht per se als gut, würde ich das tun, so dürte ich ja keine interventionen in der form von regeln gutheißen. ein freier markt ist unter umständen, die hier nicht vorliegen effizient (ob das fair oder moralisch gut ist sei dahingestellt). die spielergehälter sind das ergebnis einer marktmässigen interaktion und ich halte sie weder für gut noch böse - ich halte nur die konstellation auf diesem markt, die zu diesen gehältern führt, für verbesserungswürdig (das tust du ja auch, nur haben wir unterschiedliche vorstellungen wie das gehen soll)
"und zu deiner provokation: die vereine produzieren nit genug nachwuchsspieler, weil sie halt genauso kurzfristig & schnellsterfolgsbezogen denken wie die meisten wu-absolventen ... "
mit dem nachwuchsausbildungsproblem hab ich mich noch nicht so eingehend beschäftigt, da brauchts zu dem oben geschilderten modell noch sowas wie eine Investitionstheorie...sehr komplex.
Und übrigens: ich bin ein Absolvent der Uni Wien (WU, geh bitte...) und lehre selbst an einer Universität (Mikroökonomie genauer gesagt "Spieltheorie und Industrie Organisation"). Meine Forschungen spielen sich zu einem guten Teil auf diesem Gebiet ab...schön daß du mir zumindest teilweise zugestehst "mehr als ergebnisorientiert" am Sport interessiert zu sein.
Ich nehme an du bist ein Student. Wenn du dieine Vorstellungen konkretisierst (bis sie meinen entsprechen) schreib eine Seminararbeit und geb dir einen Schein :-).
Grüße, RexKramer der obergscheide Ökonom
PS:
*Wenns dich interessiert, ich habe eine Menge Literaturtips