Die Selbstbedienung an Telekom(Stock-Options-Program)geld durch Pushen der Telekomaktienkurse mit Geld, das die Telekom zur Verfügung gestellt hat, ist gestern zu Recht als Untreue dieser Gierschlünde zu Lasten des Unternemens bewertet worden, das sie fürstlich dafür entlohnt hat, damit sie das Unternehmen fördern und nicht schädigen (Schaden der Telekom: 9,9 Millionen Euro):
Dreieinhalb Jahre unbedingt für Ex-Vorstandsmitglied Colombo, drei Jahre unbedingt für Ex-Vorstandsmitglied Fischer, drei Jahre für den Ex-Prokuristen Trimmel, davon zwei Jahre bedingt nachgesehen.
Was besonders bemerkenswert ist und leider viel zu selten geschieht: Das Landesgericht für Strafsachen Wien hat auch über die zivilrechtlichen (Rückzahlungs)Ansprüche der Telekom AG entschieden und ihr einen Rückforderungsanspruch von 9,9 Millionen Euro gegenüber den drei Verurteilten zuerkannt, die solidarisch haften.
Das Verfahren gegen den Broker Wanovits, der den Aktienkurs im letzt möglichen Moment mit dem Telekomgeld durch Kauf von Telekomaktien in die erforderliche Höhe getrieben hat, ist zur Vernehmung eines nur ihn betreffenden Zeugen ausgeschieden und auf Anfang April vertagt worden. Drei Jahre werden es wohl auch für ihn werden.
Folgendes hat den Vorsitzenden des Schöffengerichts augenscheinlich am meisten erstaunt: Bei einer der Übergaben der Belohnung für Wanovits sind 500.000 Euro im Plastiksackerl überreicht worden. Dabei hat Wanovits dem damaligen Controllingchef der TA und nachmaligen Vorstandsmitglied und jetzigen "Kronzeugen" Schieszler - er wird dafür, dass er seine Kumpane ans Messer geliefert hat, mit der Bezahlung eines Geldbetrags im Rahmen einer diversionellen Erledigung davon kommen - und dem Ex-Prokuristen Trimmel angeboten, sie mögen doch ins Sackerl greifen und sich bedienen. Und die zwei haben das dann tatsächlich getan. Ist doch ein wirklich bezeichnendes Charakterbild für diese Figuren.