Ein Umbau mit vielen offenen Fragen
Mit Maxim Eliseev lässt Red Bull Salzburg ein weiteres Talent ziehen – in der Phase des Umbruchs.
MICHAEL SMEJKAL
SALZBURG. Das Scheitern im diesjährigen Eishockey-Play-off-Viertelfinale gegen Pustertal war für Red Bull Salzburg eine Zäsur: Nach vier Meistertiteln en suite war die Zeit für einen Umbruch gekommen, zumal sich auch die Karrieren der Führungsspieler wie Thomas Raffl (40), Michael Raffl (37) oder Peter Schneider (35) langsam zu Ende neigen.
Das Ziel war, junge Spieler ins Team zu integrieren. Mit dem Abgang von nicht weniger als elf Spielern der letztjährigen Stamm-Mannschaft (sieben Legionäre, vier Österreicher) schaffte man Platz und Einsatzzeit für junge Spieler. Denn die elf Positionen sollten mit nur fünf neuen Legionären (drei in der Defensive, zwei im Sturm) nachbesetzt werden. Der Rest sollte Talenten aus der Akademie vorbehalten sein.
Dafür trainieren Torhüter Luca Haitzmann, die Verteidiger Fabian Baumann, Alexander Rebernig und Jakob Schnabl sowie die Stürmer Maximilian Wurzer, Adrian Gesson, Florian Lanzinger und Luca Kogler in der Sommervorbereitung mit den Profis.
Was dabei überrascht: Einerseits wurden einige heimische Stammspieler wie Philipp Wimmer (24 Jahre) oder Niki Kraus (29) nicht verlängert, andererseits lässt man andere Talente ziehen. Etwa Verteidiger Max Kirchebner (21), der zu den Graz99ers wechselte. Über „eines der größten heimischen Verteidiger-Talente, das bei uns den nächsten Schritt machen will“, freute sich Graz-Sportchef Philipp Pinter, der Kirchebner aus dem U20-Team kennt.
Nun verließ auch Maxim Eliseev die Red Bull Juniors (zu den Dundee Stars nach Großbritannien). Der Finne war der überragende Spieler in der Alps Hockey League und markierte in 44 Spielen starke 33 Tore und 33 Assists, bekam aber nie eine Chance in der ersten Salzburger Mannschaft. Welchen Sinn es hat, einen 20-jährigen Finnen in das heimische Ausbildungszentrum zu holen und dann ins Ausland abzugeben, erschließt sich nicht.
Stattdessen holte man Matthias Böhm, den man im Dezember ausgemustert hatte, und Max Wurzer, der nach der Saison seinen Abgang aus Salzburg verkündet hatte, zurück.
Auch dass Red Bull Salzburg nur einen Legionär behält, der die heimische Liga kennt (Dennis Robertson), widerspricht den eigenen Erfahrungen. Das zeigen die langen Eingewöhnungsphasen von Connor Corcoran oder Brandon Coe, für die Salzburg im Vorjahr ebenfalls die erste Station in Europa war – obwohl Corcoran und Coe noch deutlich bessere Statistiken aufweisen als beispielsweise der jüngste Neuzugang Jayden Lee.