Ich schätze HannesMayer ja für seine Arbeit und auch in diesem Artikel bringt er mehr Fakten aufs Papier als andere in einer halben Saison, aber manchmal schleicht sich doch ein Superlativ ein, der bei näherer Betrachtung auf wackeligen Beinen steht. Suhonen ein "Top-Verteidiger" in der ersten und zweiten Linie von Tappara? Bei einem Schnitt von 16+ Minuten Eiszeit?
Das geht sich nicht aus. Hab es übrigens auf der Liiga-Webseite nachgeschaut: im Grunddurchgang waren es 17:21 Minuten pro Spiel (#6 unter den Tappara-Verteidigern), in den Playoffs 15:51 Minuten pro Spiel (#7). Und wenn da tatsächlich Powerplay-Eiszeit dabei ist (was angesichts seiner Punkteausbeute durchaus glaubwürdig klingt: 17 Assists = zweitbester Wert der Verteidiger im Team), dann bleibt unter dem Strich ein Verteidiger, der bei Equal Strength nur Nummer 7 in der Hackordnung war und dafür ein bisschen ein PP-Spezialist ist.
Was ja auch in Ordnung ist, aber den Schuh "Top-Verteidiger von Tappara, dem finnischen Halbfinalisten" braucht man ihm bitte nicht anziehen, da werden sonst übertriebene Erwartungen geweckt.
Einer der offensivstärksten und schnellsten (37 km/h) Verteidiger der Liiga, der bei einem Topklub wie Tappara konstant in der zweiten und ersten Linie gespielt hat, ist also kein Top-Verteidiger für Dornbirn? Ich weiß wirklich nicht, was hier manche für Vorstellungen haben. Und: Dass er keine Monster-Eiszeiten hatte, liegt zum Beispiel daran, dass er als sehr offensiver Verteidiger kein klassischer UZ-Spieler ist. Er ist kein sonderlicher Körperspieler. Ist so ein bisschen ein finnischer Kevin Schmidt, aber taktisch disziplinierter, schneller, jedoch nicht so starker Blueliner wie Schmidt. Wenn Suhonen nicht den DEC-Fan-Ansprüchen genügt, wird es schwierig.
Ansonsten gilt: Wer diksutieren möchte, kann mir gerne per Mail schreiben oder mich im Messestadion ansprechen.