Ein Interview aus den OÖN (von Christian Zöpfl):
"Die Sportredaktion hat um das Gugl-Meeting gekämpft"
Dass der ORF das Gugl-Meeting in seiner Berichterstattung weitgehend ausgeblendet hat, erregte nicht nur in Linz die Gemüter. ORF-Sportchef Elmar Oberhauser nimmt im OÖN-Interview Stellung.
OÖN: Die mangelhafte ORF-Präsenz beim Gugl-Meeting haben viele als skandalös empfunden. Was sagen Sie zur Kritik?
Oberhauser: Ich kann das nachvollziehen und möchte anmerken, dass sich die Sportredaktion des ORF um das Gugl-Meeting sehr bemüht hat. Die Geschäftsleitung hat es aber aus dem Programm genommen.
OÖN: Warum kann sich der ORF die Übertragung des größen Leichtathletik-Meetings in Österreich nicht leisten?
Oberhauser: Da müssen Sie die Geschäftsleitung fragen. Die Sportredaktion - und für die spreche ich - hat um das Gugl-Meeting gekämpft.
OÖN: Weil sich der ORF durch den Verlust der Fußball-Bundesliga viel Geld spart, hat man sich Hoffnungen gemacht, dass jetzt andere Sportarten verstärkt zum Zug kommen. Ein Effekt, auf den viele noch warten ...
Oberhauser: Diesen Effekt gibt es längst. Zuletzt haben wir viel Schwimmen gezeigt, auch beim Radfahren gibt es mehr Übertragungszeit.
OÖN: Die Tour de France können Sie nicht meinen, weil da war beim ORF Sendepause ...
Oberhauser: Auch das war ein Beschluss der Geschäftsleitung und nicht der Redaktion.
OÖN: Kann es sein, dass die Produktionskosten der ORF-Sportredaktion zu hoch sind?
Oberhauser: Nein, da sind wir international durchaus konkurrenzfähig. Der Biathlon-Verband verhandelt beispielsweise gerade mit uns, dass wir sämtliche Weltcup-Bewerbe im kommden Winter machen. Man ist vor allem von unserer Qualität überzeugt, aber auch die Kosten müssen hier passen.
OÖN: Was sagen Sie zur Kritik, dass der ORF zu viel Formel 1 zeigt?
Oberhauser: Diesen Vorwurf muss ich zurückweisen, obwohl mir natürlich klar ist, dass ein Leichtathletik-Fan mit dem Motorsport eher wenig anzufangen weiß. Aber bei den Formel-1-Übertragungen erreichen wir 50 Prozent Marktanteil - und das ist das stärkste Argument.
OÖN: Was sagen Sie zum Aufstieg von Rapid in die Champions League?
Oberhauser: Das ist ein Geschenk des Himmels. Wir haben die Champions-League-Übertragungsrechte schon seit Jahren, jetzt hat sich endlich wieder einmal ein österreichischer Verein qualifizieren können - phantastisch.