OÖ. Kronen-Zeitung/17.9.06:
Wem schenkt Stewart am Freitag das Vertrauen? Machreich gelang in der Vorbereitung ebenso ein Shut-Out wie Penker.
Fragezeichen Nr. 1
Selbst fünf Tage vorm Auftakt-Bully zur neuen Saison ist in Eishockey-Linz noch immer offen, wer erster Torhüter wird
„Wir haben zwei Torhüter, die es verdienen, sich zu beweisen. Einer der beiden wird die Nummer-eins-Position übernehmen.“ Also sprach Bill Stewart vor dem ersten Training über Patrick Machreich und Jürgen Penker. Und damit über jene zwei österreichischen Torhüter, die in der letzten Saison wenig bis nicht zum Einsatz gekommen waren. Und die beide antraten, um das Nestak-Erbe in der Stahlstadt anzutreten.
Sechs Testspiele später gibt sich der Black-Wings-Trainer ungewöhnt diplomatisch. Zur Torhüterfrage sagt er nur folgendes: „Beide spielen gut. Am Freitag wird einmal einer der beiden beginnen. Gewinnen wir, bekommt er wieder eine Chance, sonst darf der andere spielen.“
Klingt fast so, als ob sich der „Peitschenknaller“ auf der Linzer Trainerbank um eine Entscheidung drücken würde? „Nein, keinesfalls“, lächelt der Kanadier, „wir sind in einer guten Situation, die Wahl zu haben.“ Worte, denen wohl nicht jeder Glauben schenken kann – und will. Schließlich unten einige schon im Sommer: „Mit denen kann man höchstens bei einem Preisausschreiben gewinnen…“
Für Stewart sind solche Sprüche nur heiße Luft. Und auch für Penker und Machreich. Letzterer sagt etwa: „Durch die Konkurrenzsituation sind wir sicher zu besseren Leistungen fähig als einer, der keinen ähnlich starken Kotrahenten hat.“
Kneid.-
TEST, Freitag: Cortina/Ita. – EHC LIWEST Black Wings 0:3 (0:1, 0:2, 0:0). Tore: Hohenberger (PP), Chyzowski (PP), Shearer (PP).
Sind sie wirklich das Risiko wert?
Vier und damit so viel wie kein anderer EBEL-Klub in der Defensive, zwei und damit die wenigsten der Liga im Angriff – und keinen im Tor… Doch sind die Black-Wings-Legionäre so gut und daher das Risiko wert, mit Machreich und Penker auf zwei Keeper zu setzen, die letzte Saison nur sporadisch spielten? Von Chyzowski bis Storey – die „Krone“-Analyse.
Dave Chyzowski: 95 Prozent
Mit 25 Toren wurde der Kanadier 2005/06 in der internen Torschützenliste Zweiter. Trotzdem sagt der Stürmer: „Ich war damit nicht zufrieden!“ Nachteil: Dave ist eine „launische Diva“.
Francois Groleau: 100 Prozent
Der von Duisburg geholte Franko-Kanadier spielte sechs Jahre in der DEL. Unter Stewart holte er in Mannheim sogar den Titel. Sein Name steht für Leidenschaft und Einsatzbereitschaft.
Viktors Ignatjevs: 98 Prozent
Der lettische Team-Verteidiger ist sowohl am Eis als auch in der Kabine sehr wichtig. Einziges Handicap? Seine Verletzungen! Einem Kreuzbandriss im April folgte nun eine schwere Knöchelprellung.
Rob Shearer: 100 Prozent
Ist fitter als im vergangenen Jahr, wo er bereits die Zuverlässigkeit in Person war. Schon die Vorbereitung verlief für den Center-Stürmer aus Kanada viel versprechend: Vier der sechzehn Black-Wings-Tore gingen auf sein Konto.
Olegs Sorokins: 40 Prozent
Der Verteidiger war schon letzte Saison bei der Klub-Führung in Ungnade gefallen. Von einer vorzeitigen Vertragsauflösung wurde dann aber Abstand genommen. Auch wenn’s offiziell keiner sagt: Der Lette ist der Wackelkandidat Nr. 1.
Ben Storey: 85 Prozent
Brandgefährlich von der blauen Linie, aber auch einer, der oft in der Kühlbox sitzt. Beispiel? In der letzten Saison bestritt der Kanadier zwar nur 26 Spiele für Graz, belegte aber mit 108 Strafminuten im Böse-Buben-Ranking Platz fünfzehn.