Wie lange hält die Immunität nun an mit diesem Impfstoff? Weiß man das?
Wie lange hält der Schutz an?
Das ist unklar: Seit Beginn der Phase-drei-Studien ist schlicht zu wenig Zeit vergangen, um eine Aussage darüber zu treffen, ob der Impfstoff nach vielen Monaten vor Covid-19 schützt. Die definitive Antwort auf die Frage werden also die kommenden Monate oder Jahre bringen. Es wird sich dann zeigen, ob sich der gegenwärtige Effekt – in der Gruppe der Geimpften werden 95 Prozent weniger Menschen als in der Placebogruppe durch Covid-19 krank – mit der Zeit abschwächt. Außerdem überprüfen die Studienärzte zur Beantwortung der Frage auch die Antikörperspiegel der Geimpften immer wieder. Laut FDA waren einen Monat nach der zweiten Impfdosis die Antikörperspiegel so hoch wie im Blut Covid-19-Genesener. Und laut Pfizer-Studienprotokoll sollen die Antikörperspiegel sechs, zwölf und 24 Monate nach der zweiten Impfdosis erneut erhoben werden.
Virologe Friedemann Weber geht davon aus, dass die Antikörperspiegel zwar absinken werden und sich gegebenenfalls auf niedrigerem Niveau einpendeln. Er ist aber trotzdem zuversichtlich, dass die Immunität langlebig ist: "Ich rechne damit, dass die Immunität mindestens ein Jahr nach Impfung bleibt, wahrscheinlich sogar länger." Zu Webers Schätzungen passt eine jüngst erschienene Preprint-Studie, die im Blut Covid-Genesener noch sechs beziehungsweise acht Monate nach der Erkrankung hohe Antikörperspiegel fand – sowie spezifische T-Lymphozyten und Gedächtnis-B-Zellen, die für die Immunantwort eine entscheidende Rolle spielen (BioRxiv: Dan et al., 2020). Diese Immunantwort nach einer schweren Infektion, schätzt Weber, ähnele der nach einer Impfung durchaus.