hier der Kleine Artikel, Achtung, Quendler Alarm!!!
"Eine schwarze Null wäre ohne Play-off nicht möglich"
Der VSV befindet sich im Plan, doch ein Play-off-Einzug ist Pflicht. VSV-Vorstand Gerald Rauchenwald (59) setzt auf Bewährtes und will junge Österreicher in Villach sehen. Der Wunsch nach einer zweiten Eisfläche bleibt.
VSV-Vorstandssprecher Gerald Rauchenwald
Der VSV rangiert in der Tabelle vor dem Erzrivalen KAC. Und das seit Wochen. Dennoch zog der Klub den Unmut der Fans auf sich, musste sogar mit einem Statement reagieren. Hat der VSV ein tief verwurzeltes Problem?
Ich kann mir das nicht erklären. Mir ist klar, dass wir unter den Zuschauern polarisieren. Aber wir stehen zu unseren Fans und versuchen ihnen das beste Eishockey zu bieten. Es geht um Sport und da hat Hass gegenüber einzelnen Spielern nichts verloren. Niemand will absichtlich verlieren. Und im VSV-Vorstand hat niemand Profilierungsneurosen. Wir betreiben alles unentgeltlich und uneigennützig.
Das Play-off ist in Sichtweite, der VSV ist auf dem besten Weg, sich direkt zu qualifizieren. . .
Moment, nicht so schnell. Das wird noch eine enge Geschichte. Fünf Klubs rittern um drei Plätze.
Anders gesagt: Sportlich läufts gut, und auch gesamtheitlich gesehen dürfte Sie die Entwicklung positiv stimmen. Der Klub hat so viele Sponsoren wie noch nie, darunter auch zahlungskräftige. Zufrieden?
Die Richtung stimmt. Unser Ziel war es, uns jedes Jahr sportlich wie wirtschaftlich zu steigern. Und unsere Sponsoren sind ein wichtiger Teil des Budgets.
Das Budget hat sich erhöht?
Ich nenne keine Zahlen. Mir sind aber jene unserer Konkurrenten bekannt. Wir sind im Bereich von Graz. Aber eben weniger als Salzburg, Klagenfurt, Wien und Linz. Unser Ansinnen ist es, eine schwarze Null zu schreiben. Und so werden auch Spieler eingekauft.
Welchen wirtschaftlichen Faktor spielt der Play-off-Einzug?
Das Erreichen des Viertelfinales gilt als Voraussetzung für die schwarze Null. Insofern hätte das große wirtschaftliche Folgen. Abgesehen davon, dass es eine riesige Enttäuschung wäre.
Der Erfolg dient als wirtschaftliche Basis. Ist das nicht riskant?
Es herrscht natürlich ein gewisser Druck. Das weiß die Mannschaft, das weiß der Trainer und das wissen wir alle, die hinter den Kulissen arbeiten. Aber klar ist auch: Es wäre für den Klub nicht existenzbedrohend.
Während des laufenden Betriebes wurde der Geschäftsführer gewechselt. Warum?
Eigentlich verfügen wir mit Martin Winkler und Andreas Napokoj nun über zwei Geschäftsführer. Diese Ergänzung ist notwendig und logisch geworden. Winkler hat die wirtschaftliche Verantwortung und Napokoj die Sportliche.
Apropos Sportlich: Sie haben sich in der Vergangenheit kritisch zur Spielweise geäußert. Hat sich das nun geändert?
Wir haben uns mittlerweile konsolidiert, gestützt auf den Leistungen von Torhüter JP Lamoureux. Aber dennoch sind wir eine Mannschaft, die zu viele Gegentore kassiert. Damit kann man nicht zufrieden sein.
Trainer, Spielweise, Transfers - war das nicht irgendwie vorhersehbar?
Nein. Wir verfügen über verschiedene Defensiv-Systeme, es muss allerdings auch von den Spielern umgesetzt werden. Das ist Sache des Trainers. Ich kann nicht beurteilen, wann wie gespielt werden muss.
Einige Spieler verfügen über Verträge über die Saison hinaus, manche sind kürzlich verlängert worden. Eine neue Kontinuität?
Auf jeden Fall. Wir wollen so früh wie möglich die Weichen für die Zukunft stellen. Das macht durchaus Sinn. Den Spielern gibt das ein Gefühl von Sicherheit. Sie hängen nicht in der Luft, können ihre Zukunft planen und das wiederum bedeutet: Sie konzentrieren sich in der wichtigen Saisonphase voll und ganz auf den VSV.
Wo sind Veränderungen nötig?
Das werden wir zuerst mit den Betroffenen klären. Wir wollen jedenfalls Jung-Verteidiger Niklas Wetzl versuchen, zu halten. Im Sommer sind lediglich punktuelle Veränderungen vorgesehen. Wir wollen für österreichische Spieler ein Standort sein, wo sie sich verbessern können. Und wo sie spielen.
Welche Perspektive hat der eigene Nachwuchs?
Wir sind mit der Arbeit von Philipp Pinter (VSV-Nachwuchsleiter, Anm.) sehr zufrieden. Mittel- wie langfristig gesehen war es das richtige System. Florian Lanzinger ist einer der Eigenbau-Spieler, die den Sprung in die Erste schaffen können. Aber es benötigt gute Kooperationen. Aus der U20-Liga wird der Sprung zukünftig nicht zu schaffen sein. Diese Liga muss aufgewertet werden. Hier ist der ÖEHV gefordert.
Wie weit ist der Plan fortgeschritten, ein eigenes Farmteam in der Alps Hockey League zu installieren?
Das ist aus finanzieller Sicht nicht zu bewältigen.
Stichwort Hallenprojekt: Wie lautet der Status quo?
Das müsste man die Stadt Villach fragen. Die Planung, unter Einbindung des VSV, läuft. Es gibt aber keine endgültigen Entscheidungen, keine Ausschreibung. Aufgrund des Frauen-Leistungszentrums hat auch der ÖEHV sowie das Land Interesse daran, dass bald etwas Konkretes vorliegt. Und natürlich auch der VSV. Eine zweite Eisfläche hat für uns und für den Sport allgemein große Dringlichkeit.
Wie will sich der VSV in Zukunft positionieren?
Unser Ziel ist es, eine stabile Top-6-Mannschaft zu sein. Und der VSV soll ein Ort sein, wo sich junge Österreicher entwickeln können. Für uns kommt es nicht infrage, finanzielle Abenteuer zu begehen, um ein One-Hit-Wonder zu erreichen. Für diesen Weg haben wir uns entschieden.
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/sport/eishocke…re-ohne-Playoff