Causa Shaw in der morgigen TT ein interview von Gruber Alex mit Hanschitz
Brady Shaw wurde Ende 2023 fristlos entlassen, weil sein Verhalten nicht mit den Werten des Clubs übereinstimme. Jetzt kommt der Topscorer zum HCI zurück. Wie lässt sich dieses ambivalente Bild erklären?
Günther Hanschitz: Jeder soll im Leben eine zweite Chance bekommen und jeder weiß, dass er ein super Spieler ist. Die damalige Vorstands-Entscheidung war aus mehreren Gründen richtig, aber dennoch stehen wir dazu, im Guten wieder zusammengefunden zu haben. Er hat seinen Lebensstil verändert. Wir haben uns öfter und detailliert darüber ausgetauscht, diesen Wunschspieler der Trainer zurückzuholen. Unser Manko war es, dass wir keine Unterschiedsspieler hatten. Mit Owre, Benker und Shaw sind wir wieder gut aufgestellt.
Das heißt, Sie wären bei allen Nebengeräuschen sehr froh, wenn sich alle auch bei der Personalie Shaw wieder aufs Sportliche konzentrieren?
Hanschitz: Nochmals: zweite Chance. Man hat sich ausgesprochen und wir wollen zusammen in eine positive Zukunft gehen.
Nach zwei Saisonen am Tabellenende muss man ja alles daransetzen, wieder überall besser dazustehen?
Hanschitz: Wir haben schon viele Hebel in Bewegung gesetzt, sind bei den Transfers recht weit. Wir hoffen, dass alle Sponsoren an Bord bleiben und mit uns durch dieses lange Erfolgstal durchtauchen und wir zusammen wieder einen Erfolgsberg erklimmen.
Dass Langzeitkapitän Jan Lattner (TCH) keinen Vertrag mehr bekommt, wird auch heiß diskutiert?
Hanschitz: Es gab dabei mehrere Aspekte: Als Legionär wird es sich nicht mehr ausgehen und zur Einbürgerung hat er keinen Antrag gestellt. Aber wir haben uns im Guten darauf geeinigt, dass er in der Nachwuchsabteilung mitarbeiten soll, und wir werden ihn im Namen des Vorstandes auch anderweitig unterstützen.
Mit Daniel Mitterdorfer wird ein Ex-Spieler hauptberuflich in der Funktion Business & Team Development Manager beschäftigt. Wie darf man diese Personalie bewerten?
Hanschitz: Er ist ein junger Mann und wir haben mehrmals betont, den Verein umstrukturieren zu müssen. Er erfüllt alle Aspekte, sportliche wie wirtschaftliche. Er muss in die Rolle hineinwachsen.
Wie wird der HC Innsbruck generell wieder „gesund“?
Hanschitz: Es ist ein leidiges Thema, aber wir haben jedenfalls zu wenig Geld für die Top sechs. Ich hoffe, wie bereits angesprochen, auf die Unterstützung aller Sponsoren, dann halte ich es für realistisch, dass wir zwischen den Rängen sieben und zehn wieder regelmäßig dabei sind. Das Regulativ bleibt in der kommenden Saison mit zehn Imports pro Club gleich. Was über allem steht: Der Vorfall mit KAC-Crack Murray hat auch uns schwer getroffen. Wir hoffen, dass er wieder vollständig gesund wird und seinen Weg zurück findet.