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Welche Musik hört ihr momentan?

  • iceman
  • 24. Mai 2002 um 14:12
  • beckman99
    NHL
    • 9. Juni 2026 um 10:00
    • #10.126
    Zitat von ldfwfjakehdo

    na dann wäre ja alles geklärt! Da kannst echt nur mehr den Kopf schütteln!

    ok sorry, war wie gesagt nicht böse gemeint. ich würde ja wollen, dass mich da jemand korrigiert, was auch öfters passiert. ich habe einen kanadischen freund in wien, der mich, wenn ich englisch mit ihm rede, korrigiert. beim ersten mal wars ihm unangenehm. ich habe ihm dann erklärt, dass das für mich sogar wünschenswert ist, einfach um nicht dauernd die gleichen fehler immer wieder zu machen. für mich ist das ein gewinn, aber kann jeder halten wie er will und kommt auch nicht mehr vor.

    Einmal editiert, zuletzt von beckman99 (9. Juni 2026 um 10:06)

  • Bobby
    NHL
    • 9. Juni 2026 um 19:54
    • #10.127

    Kulturprogramm am Dienstag Abend.


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  • Spengler
    Loki
    • 12. Juni 2026 um 11:17
    • #10.128

    Neues von den Hosen

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  • VincenteCleruzio
    un galant´omu
    • 16. Juni 2026 um 08:32
    • #10.129

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    Ein ganz ein Feiner. Gestern in Prien am Chiemsee gestorben.

  • mcguy
    In(n)sight
    • 16. Juni 2026 um 09:48
    • #10.130

    einer der größten, jedenfalls der südafrikanischen musikkultur, RIP !

    George Gray an den feinen besen, Marcus McLaurine ebenso fein am bass

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    mehr zu ihm hier (aus BR klassik)

    In Kensington, einem Schwarzen-Ghetto Kapstadts, wuchs Ibrahim auf, seine Großmutter spielte Klavier in der örtlichen Kirche. Er selbst nahm im Alter von sieben Jahren Unterricht an dem Instrument. Und bereits mit 15 gab er sein öffentliches Debüt mit lokalen Bands. Das liest sich auf einer Homepage Abdullah Ibrahims wie ein reibungsloser Werdegang, war es aber nicht. Die Wirklichkeit war viel härter, geprägt von Brutalität und Rassismus. Besonders anschaulich erzählte das Abdullah Ibrahim . Er sei von zu Hause weggelaufen und habe zeitweilig auf der Straße gelebt. In der Schule sei er gut gewesen, habe sogar zwei Klassen übersprungen und eigentlich Medizin studieren wollen. Schwarze durften das aber nicht, auch ein Musikstudium war ihnen nicht erlaubt. Also schlug er sich als Tanzmusiker durch, denn genau das wurde damals von jungen schwarzen Südafrikanern erwartet. Er habe jeden Tag zwanzig Stunden in einer Garage geübt. Wenn er nicht Tanzmusik spielte, sei er verprügelt worden.

    Dabei interessierte ihn schon früh der Jazz. Amerikanische Seefahrer gaben ihm einst den Spitznamen "Dollar", da der junge Mann ständig auf der Jagd nach Schallplatten mit amerikanischer Musik war, sofern man sie für einen Dollar kaufen konnte. In den 1950er-Jahren begeisterte er sich für den neuen Jazz-Sound aus den USA, den "Bebop", jene hektisch wirkende, wilde Musik mit vielen ungewohnten Intervallsprüngen, die den modernen Jazz hervorbringt. Mit dem Trompeter Hugh Masekela und anderen gründete er schließlich die Jazz Epistles, die erste herausragende Bebop-Gruppe Südafrikas. Als die Apartheid-Politik sich verschärfte und in Katastrophen wie dem Sharpeville-Massaker mündete, bei dem im März 1960 protestierende Männer, Frauen und sogar Kinder von Polizisten erschossen wurden, galt Jazz für das Apartheid-Regime als Musik des Widerstands. Clubs wurden geschlossen, Musiker waren Schikanen ausgesetzt. Eine Band wie die Jazz Epistles konnte da nicht länger existieren. 1962 verließ Dollar Brand mit seiner späteren Ehefrau Sathima Bea Benjamin Südafrika, bald gefolgt von anderen Musikern der Band; Sathima und Dollar gingen zunächst nach Zürich und drei Jahre später in die USA. 1963 schaffte es Sathima Bea Benjamin, den großen Bandleader Duke Ellington für die Musik Dollar Brands zu interessieren, der regelmäßig im Cafe Africana in Zürich spielte. Daraufhin förderte Ellington das Dollar Brand Trio nach Kräften, vermittelte unter anderem Aufnahmen in Paris: "Duke Ellington presents the Dollar Brand Trio", hieß die Platte, die dabei entstand. Vieles also fing für Abdullah Ibrahim alias Dollar Brand mit Duke Ellington an.

    1974 setzten Abdullah Ibrahim und seine Musiker ein Stück in die Welt, das zur Hymne der Anti-Apartheid-Bewegung werden sollte. Dieses Stück heißt "Mannenberg". Ibrahim ging mit einigen jungen Musikern ins Studio in Kapstadt. Es gab ein paar vorbereitete Stücke, aber dann, als die Musiker kurz Pause machten, ging Abdullah Ibrahim an ein sehr einfaches Klavier, das außer einem Konzertflügel in diesem Studio stand, und spielte ein paar Töne. Sie klangen metallisch hart, denn damals war es üblich, die Hämmer eines Klaviers mit Reißnägeln zu präparieren, um diesen speziellen Klang zu erzeugen, der an die traditionelle südafrikanische "Marabi"-Musik erinnert.

    Schließlich stiegen, sagt Ibrahim, die anderen ein und improvisierten dazu. Und so entstand dann diese Aufnahme. Sie benannten das Stück nach einem der ersten Townships für zwangsumgesiedelte Schwarze. Dann boten sie es Plattenfirmen an, aber niemand habe es gewollt. Rashied Vally, ein Freund Ibrahims, der die Aufnahme produziert hatte, besaß in Johannesburg einen kleinen Laden an einer Ecke, wo viele Busse ankamen, und beschallte mit dem Stück über Lautsprecher die Fläche vor dem Laden. "Und wir verkauften 20.000 Exemplare in einer Woche", sagt Ibrahim. Später soll ein Anwalt eine Aufnahme des Stücks auf die Insel Robben Island geschmuggelt haben, auf der Nelson Mandela als Häftling einsaß. Worauf Mandela wieder Hoffnung geschöpft haben soll. Mandela kam schließlich im Februar 1990 frei, als der damalige neue Präsident Frederik Willem de Klerk auf Entspannungspolitik setzte. Vier Jahre später wurde Nelson Mandela der erste schwarze Staatspräsident seines Landes. Und Abdullah Ibrahim war es, der bei seiner Amtseinführung spielte.

    Was auf "Mannenberg" zutrifft, könnte eine Beschreibung vieler Stücke Abdullah Ibrahims sein: eine einfache Melodie, ein fesselnder Groove und ein völlig eigenständiger Flow. Auch wenn im Falle von "Mannenberg" der Saxophonist Zacks Nkosi fand, das Stück gleiche sehr einem von ihm mit dem Titel "Jackpot", ist eines auffällig: Abdullah Ibrahim hat einen besonderen Sinn für betörend einfache Melodien, die emotional sofort ansprechen. Stücke wie "African Marketplace", "The Wedding", "Whoza Mtwana", "The Homecoming Song" (lauter Kompositionen, die sich auf seinem 1979er Album "African Marketplace" finden), aber auch die Hommagen an seine Tochter ("Tsidi") und seinen Sohn ("Tsakwe") und andere beseelte Stücke wie "The Mountain of The Night" und "Maraba Blue" haben eine stille Kraft wie nur wenige in über hundert Jahren Jazzgeschichte. Hinzu kommen noch weitere Stücke, die auf politische Ereignisse verweisen – wie "Capetown District Six", das an die Zwangsräumung eines multiethnischen Viertels erinnert, das einem Stadtteil für Weiße weichen musste. Vieles, das betont Abdullah Ibrahim immer wieder, hat er von seinem Mentor und Förderer Duke Ellington gelernt.

    Für Musikfans auf der ganzen Welt war Abdullah Ibrahim eine Identifikationsfigur: ein Musiker, der auf gesellschaftliche Gegebenheiten reagiert und zumindest in Südafrika in die Gesellschaft hineingewirkt hat. War er denn ein Jazzmusiker? Er sagte dazu: "Jazz ist die höchstentwickelte Musikform in der Geschichte des Planeten." Denn diese Musik sei "Human Activity", die auf Gegebenheiten reagiere, anstatt einen Ablauf möglichst fehlerlos reproduzieren zu wollen. Man müsse diese Musik übrigens nicht unbedingt Jazz nennen – "wir haben uns nie selbst Jazzmusiker genannt." Jazz oder nicht, im Falle von Abdullah Ibrahim war es bewegende Musik. Eine, die zumal in jüngster Zeit, in den langen Nonstop-Konzerten, in denen Abdullah Ibrahim Thema um Thema aneinanderfügte, viel vom Leben erzählte. Und nicht nur von seinem.

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    3 Mal editiert, zuletzt von mcguy (16. Juni 2026 um 10:18)

  • Online
    Woldo
    Tschentschn
    • 16. Juni 2026 um 21:23
    • #10.131

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