Glaub mir, ich habe mich mit dem Thema mehr auseinandergesetzt wie so viele. Ich bin aber inzwischen auf den Punkt gekommen, dass das scheinheilige sich Echauffieren über irgendwelche Wörter, die letztendlich mit dem eigentlichen Problem gar nicht assoziiert werden, am Problem selbst gar nichts lösen. Wenn z. B. einer, der 20 Jahre lang für die FAO gearbeitet hat und jetzt mit stattlichem Gehalt an die Uni Bozen wechselt mit seiner Familie 2 Jahre lang in einer beengten WG lebt, da er keine Wohnung erhält, nur weil er die falsche Hautfarbe hat, dann ist ihm ziemlich egal, was auf der Schwedenbomben-Packung steht. Wobei die Bezeichung "Schwedenbombe" in Anbetracht der Bombenserie in Stockholm eigentlich auch abgeschafft gehörte, wenn man so will...
Nein, man sollte sich nicht scheinheilig über Wörter echauffieren, sondern man sollte es aus voller Überzeugung tun. Gewalt, Verfolgung usw fangen nämlich mit dem Instrument der Sprache an. Wenn man nicht an der Basis ansetzt, wird man oft der gefährlichen Auswüchse des Rassismus nicht mehr Herr (und dann kommen eben so Beispiele heraus wie von die angeführt).
Und das Wort "Neger" zB ist derartig negativ behaftet und wertet damit auch die Gemeinten ab, egal ob das Wort in einem Kinderlied "nett" gemeint ist.
Wie gesagt: der zweite Punkt den du ansprichst, ist ebenso ein substantieller. Aber eben eine solche Schlechterstellung oder Abwertung, wie in deinem Beispiel, beginnt mit einem semantischen Grundkonstrukt. Wenn man so will, ist das der Alltagsrassismus, der oft gar nicht böse gegenüber den genannten gemeint sein muss (Kinderlieder), aber dadurch trotzdem alltagstauglich wird. Wird Rassismus alltagstauglich, so werden es früher oder später Gewalttaten gegen Minderheiten auch werden.
Aus dem Grund sollte man eben nicht nur dabei bleiben sich über etwaige Wortwahlen zu echauffieren, sondern natürlich auch über die Handlungen.