SN 21.3
ZitatAlles anzeigenVergleich spricht für Salzburg
21. März 2006 | 10:00
Vorhang auf zum Eishockey-Finale: Salzburg geht als Favorit in die Serie gegen Villach. Die beiden heimischen Top-Teams im direkten Vergleich.
MICHAEL SMEJKALSALZBURG (SN). Mit dem Spiel Red Bulls Salzburg gegen Villacher SV beginnt am heutigen Dienstag in der Salzburger Eisarena (19.15, Wohlgenannt/Restkarten ab 13 Uhr) die Finalserie im heimischen Eishockey. Sieger in der best-of-seven-Serie ist, wer zuerst vier Siege errungen hat. Für Salzburg wäre es der erste Eishockeytitel der Geschichte, Villach hat schon fünf (1981, 1992, 1993, 1999, 2002). Wir vergleichen die Teams miteinander: Tor: Gerd Prohaska muss erst den Beweis erbringen, dass er für Villach eine Serie entscheiden kann. Sein Gegenüber ist ein absoluter Klassemann: Arturs Irbe ist für Salzburg nicht nur ein Torhüter, er ist Ruhepol und Integrationsfigur. Klarer Vorteil Salzburg. Defensive: Es überrascht nicht, dass die beiden Teams mit den besten Abwehrreihen im Finale stehen. Beide verfügen über je zwei Legionäre (Artursson, Henry/Elick, Scoville), zwei aktuelle Nationalspieler (Lakos, Ulrich/Pfeffer, Stewart), dazu kann der VSV noch mit Routinier Herbert Hohenberger aufwarten, Salzburg mit Saisonaufsteiger Victor Lindgren. Nominell ist Villach sogar stärker, allerdings sind deren Schlüsselspieler schon in die Jahre gekommen. Daher: Unentschieden. Sturm: Beide Mannschaften verfügen über vier Angriffsreihen, werden aber nur mit drei Linien agieren. Der VSV hat den absoluten Topscorer der Liga in seinen Reihen: Der 32-jährige Kanadier Dany Bousquet hat in 52 Einsätzen bisher 43 Tore erzielt. Zum Vergleich: Salzburgs bester Stürmer, Dieter Kalt, brachte es auf 28 Tore. Die Reihe mit Brown, Bousquet und Gauthier war die effektivste der Liga, nach dem Ausfall von Gauthier ist allerdings Bousquet mehr auf sich allein gestellt. Lanzinger und Kromp (bilden zusammen mit Kaspitz die zweite VSV-Linie) blühen alljährlich im Play-off auf, das zeigte Kromp mit seinem Traumtor am Sonntag gegen Innsbruck. Dagegen sind bei Salzburg die ersten zwei Reihen (Thoresen-Kalt-Trattnig bzw. Marco Pewal-Lind-Banham) gleich stark. Die dritten Formationen beider Teams sind ebenfalls auf einem Niveau. Doch auf der Bank ist Salzburg weitaus stärker bestückt. Dieser Umstand und das Fehlen von Gauthier bringen einen leichten Vorteil für Salzburg. Trainer: Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Da der zurückhaltende Hardy Nilsson, dort der "Vulkan" Greg Holst. Nilsson hat deutlich mehr Erfahrung, Holst (1987/88 als Spieler in Salzburg) kennt dagegen aus 20-jähriger Erfahrung die Liga wie seine Westentasche. Dennoch: Vorteil Salzburg. Strafen und Powerplay: Ein echter Paarlauf. Salzburg kassiert im Schnitt 18,68 Strafminuten pro Partie, Villach 18,55. Salzburg ist zwar die stärkste Mannschaft im Powerplay (Effizienz: 20,97 Prozent), Villach folgt aber mit 19,09 Prozent auf Platz drei. Umgekehrt das Unterzahlspiel: Hier führt Villach die Statistik knapp vor Salzburg an, beide Mannschaften überstanden heuer aber 86 Prozent der Unterzahlsituationen ohne Gegentor. Unentschieden. Spiele gegeneinander: 5:3 Siege und 10:9 Punkte für Salzburg, Torverhältnis 25:25.Die acht heurigen Partien im Überblick: Salzburg - VSV 5:4 nach Penalty, VSV - Salzburg 7:4, VSV - Salzburg 2:0, Salzburg - VSV 6:3, Salzburg - VSV 3:2 n.V., VSV - Salzburg 2:3, Salzburg - VSV 1:3, VSV - Salzburg 2:3 n.V. Villachs Plus: Villach kann Meister werden, Salzburg muss Meister werden. Der Druck ist klar verteilt, die Erwartungen in Salzburg sind riesengroß. Die rustikale Spielweise behagt den Salzburgern weniger. Dazu herrscht in der Villacher Eishalle meist eine recht hektische und aufgeladene Atmosphäre, an die eher die Gastgeber gewohnt sind. Salzburgs Plus: In fast allen Mannschaftsteilen ist das Team um eine Spur besser besetzt, dazu verfügt man über einen Klassetrainer, der auf der Bank noch Variationsmöglichkeiten hat. Im Play-off gegen die Capitals bot man außerdem die beste Leistung der ganzen Saison. Mit Irbe, Artursson, Kalt, Lakos, Trattnig oder Lind hat man gleich mehrere Führungsspieler.
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