Und generell gilt für Burschenschaften, Landsmänner, Corps et al, was wohl für alle gilt: Traditionen sind kein Selbstläufer und müssen sich immer am hier und jetzt messen. Andersrum wären sie früher erst gar nie entstanden. Und im hier und jetzt sind für mich diese Verbindungen überholt und wären bei einem Faschingsumzug besser aufgehoben als z.B an der Hochschule.
ich orte da einen kleinen widerspruch in deiner argumentation. vielleicht kannst du mir bei der auflösung helfen.
wenn ich diese verbindungen und ihre traditionen am hier und jetzt, so wie du ja behauptest, messen soll, muß ich mich wohl oder übel mit ihnen auseinandersetzen. und zu einer profunden auseinandersetzung mit dem thema wird wohl mehr gehören, als irgendwelche ferndiagnosen zu erstellen oder nachzuplappern. recherche, gespräche, der versuch zum ursprung der traditionen zu finden, die beurteilung historischer entwicklungen der verbindungen und deren heutiges auftreten, etc... ich beneide jedenfalls die leute, die es schaffen sich auch ohne diese "roadwork" eine fundierte meinung zu einem solch heiklen thema zu finden, die sie dann ermutigt ihr bild zu malen und zu transportieren. die geschichte mitteleuropas der letzten 200 jahre ist jedenfalls viel zu komplex, zu vielschichtig und vor allem viel zu gut dokumentiert, um sie irgendwelchen vereinfachern und politischen demagogen zu überlassen.
die prozentangabe jener denen ich unterstelle, den WKR ball und die bloße anwesenheit und existenz der sich "rechtsaussen" befindlichen leute (oder meinst du faschisten?) zu instrumentalisieren, um ihr jeweiliges bild von gut und böse öffentlich zu manifestieren war sicherlich deterministisch, vielleicht auch falsch. ich will hier niemand nahetreten. wie auch immer. aus der erfahrung vieler gespräche gerade über solche themen kann ich dir aber berichten, dass der anteil jener, die tatsächlich eine ahnung von den dingen haben, gemessen an jenen die sehr schnell eine feste meinung dazu haben, leider ein eher überschaubarer ist. und viele leute mit bloßen meinungen kann man halt allzu leicht manipulieren, in welche richtung auch immer. und einige wenige davon neigen dann leider auch zur gewalt, um ihre wut zu kanalisieren. und ja, die machen mir angst! schwarze blöcke und gewaltbereite antifa demonstranten genauso, wie aufmärsche von glatzen. auch veranstalter, die trotz wiederholter nachfrage keine glaubhafte distanz zu gewaltbereiten idioten finden bzw. mit ihnen sogar, einer "fankurve" gleichsam kokettieren machen mich nachdenklich. sehr nachdenklich!