Selten, aber doch eine Wortspende von mir zum Thema Ausbildungsentschädigung.
Diese macht schon Sinn. Sie hat weniger mit den Spielern selbst zu tun, sondern soll eine betriebswirtschaftliche Balance zwischen Vereinen, die in Nachwuchsausbildung investieren und Vereinen, die sich diese ersparen herstellen. Bei ausgebildeten Spielern, die tatsächlich im aktuellen Kader keine wirkliche Chance haben, kann man ja einvernehmlich auch davon abgehen, Abstotterlösungen vereinbaren oder Verleihungen organisieren. All dies ist möglich und wird durch das prinzipielle Institut der Ausbildungsentschädigung ja nicht verhindert.
Wenn es ein Spieler, um sein Einkommen in unserer Liga früher, als von den Vereinen eventuell vorgesehen, zu steigern ins Ausland schafft, ist dies per se in Ordnung und Teil des Geschäfts. Nahezu alle slowenischen Spieler sind beispielsweise mangels Alternativen zu diesem Schritt gezwungen.
Dass man sich allerdings bei einem ohnehin schon dünnen Kader an Einheimischen mit einem perspektivisch aufstrebenden Nullpunkter finanziell für die nächsten Jahre nicht einigen will oder kann, ist dumm oder gierig oder beides zusammen. Hier hat das Vereins-Management schlichtweg falsche Prioritäten gesetzt. Auch, wenn das Management des Gegenübers eventuell etwas weltfremd agiert hat, geht am Schluss nur um den nicht zustandegekommenen Check In. Aus neutraler Sicht könnte man nun versuchen zu ermitteln, wer hier mehr verloren hat. Aus meiner Sicht ist es in diesem Fall tatsächlich der Verein.