was mir in der gesamten diskussion ein wenig abgeht ist die klare formulierung eines zieles. ich werde es einmal versuchen:
ziel ist die nachhaltige und dauerhafte etablierung einer sportlich ausgeglichenen, finanziell stabilen eishockey-liga, die für zuseher (langfristig im schnitt > 5000) und damit auch für medien (einschaltquoten) und sponsoren (werbewert) interessant ist.
das interesse der zuseher ergibt sich hauptsächlich durch einen „emotional wertvollen“ pokal, der von den einzelnen vereinen sehr schwierig zu erringen ist. die liga-vereine sollten NUR an dieser meisterschaft teilnehmen und scheiden damit aus ihren nationalen meisterschaften aus.
dazu werden bis zu max. 12 vereine, oder bis zu 16 in zwei gruppen (nach nhl-modus) benötigt, die sich finanziell für diese liga qualifizieren und mit einem fixen spielvertrag von x jahren an die liga binden. die liga ist nach dem vorbild der del eine eigene rechtspersönlichkeit mit eigenem statut, eigenem management, einer eigenen strafkommission, eigenen sponsoren, eigenen medienrechten und eigenen durchführungsbestimmungen. es gibt keinen auf- oder abstieg. die letzten aus der vorsaison werden in der aktuellen saison sportlich begünstigt.
wenn man dieses ziel vor augen hat, muß klar sein, dass dies nur in kombination mit vereinen aus dem (möglichst grenznahen) ausland möglich ist.
warum war die damalige alpenliga ein zusehermässiger flop?
- weil sie nur ein (fauler) kompromiss von drei nationalen verbänden war
- weil sie nur eine art vorqualifikation für die nationalen meisterschaften, ohne einen emotional wertvollen titel, der zu erringen war, darstellte -> damit haben die matches auch nur die eingefleischten zuseher interessiert, die sich auch die vorbereitungsmatches im sommer ansehen.
- weil es international damals auch eine euroliga gab, deren titel mehr zählte
- weil es in der liga keine mechanismus zur sportlichen ausgeglichenheit gab und damit zuviel uninteressantes „kanonenfutter“ herumkrebste
eine ganze menge von gründen, die das eigentlich spannende projekt damals scheitern ließ. ich kann persönlich der wiederauflebung einer internationalen EBL „NEU“ einiges abgewinnen, wenn man die fehler von damals weglässt. vereine aus der slowakei (bratislava) wären für wien potentielle derbygegner, vereine aus tschechien (budweis) für linz, vereine aus slowenien für graz, klagenfurt und villach, vereine aus der südtirol für innsbruck, vereine aus bayern und der schweiz für salzburg, tirol und vorarlberg. aber immer nur dann, wenn es sportlich und emotional wirklich um etwas geht!!!
anreiz für die vereine mitzuspielen kann einzig und allein die aussicht auf verdientes geld sein. zusehereinahmen, sponsoreneinnahmen (aus liga- und eigenen sponsoren) und medieneinnahmen müssen in der lage sein zu definierende budgets (salery cap!) mittel- und langfristig auszufinanzieren.
anreiz für die zuseher ist ein sportlich und emotional wertvoller titel!
anreiz für die sponsoren ist der grenzüberschreitende werbewert.
anreiz für die medien sind einschaltquoten.
wie könnte man starten?
ich würde klein beginnen und versuchen zuerst die g99ers zum bleiben zu überreden und die zwei slowenischen klubs in die liga aufnehmen. in den darauffolgenden jahren sollte ein „beitrittsmechanismus“ (startgeld?) ausgearbeitet werden, der für die südtiroler klubs, ein bis zwei slowaken/tschechen und zwei klubs aus bayern interessant ist. achten sollte man allerdings immer darauf die sportliche gleichwertigkeit (nach oben und unten) sicherzustellen, sonst nivelliert sich die liga viel zu schnell und wird für die zuseher uninteressant. man müsste auch eigene „tradingregeln“ (ähnlich wie in der nhl) schaffen, damit das „sich selbst versteigern“ der besten spieler unterbunden wird.
Das wichtigste ist: der meistertitel muß unbedingt unprognostizierbar bleiben und sollte auch nicht „erkaufbar“ sein!