Ich hätte nicht gedacht, dass ich Eishockey mal mit Fußball vergleichen würde, aber meiner Meinung nach erleben wir derzeit eine Entwicklung, wie sie im internationalen Fußball schon vor Jahren/Jahrzehnten passiert ist:
Es gibt 2-3 Mannschaften, die jedes Jahr um die Meisterschaft spielen (zB in Spanien, Portugal, England, auch Deutschland). Diese Teams haben das meiste Geld und damit auch die besten Spieler und dominieren jedes Jahr die Liga. Wenn Du als Außenseiter Glück hast, sprich ein paar wirklich talentierte Nachwuchsspieler und Glücksgriffe (dh gut und „billig“) bei den Legionären, kannst Du vielleicht einmal in 10 Jahren ganz vorne mitspielen. Das funktioniert eben ein Jahr lang, weil dann kaufen die Großen wiederum Deinen Nachwuchs bzw. die guten Legionäre.
Genau dorthin wird der VSV sich bewegen:
Die big players sind Wien (Hauptstadt, Hansi Schmid), das Dosenfutter und natürlich der KAC dank Tante Heidi. In guten Jahren können wir diese Mannschaften vielleicht im Halbfinale fordern. Aber wir sollten uns langsam damit anfreunden, dass die fetten Jahre vorbei sind. Mal ehrlich, wen hat denn in Österreich vor 10-15 Jahren (also zu unserer besten Zeit) Eishockey interessiert? Kärnten. Punkt.
Mit einer breiteren Liga ändert sich die Marktsituation. Be realistic. Ich habe mich immer gewundert, warum sich Fans von Mittelklasse-Teams (beispielsweise Aston Villa, Real Sociedad, Freiburg…) Spiele ihrer Clubs ansehen, wenn letztendlich täglich das Murmeltier grüßt? Es muss wohl die Liebe zum Sport sein, nicht die Freude am Sieg alleine. Ob das Villacher Publikum sich damit anfreunden kann, bleibt abzuwarten. Ich gebe einem jungen Team gerne eine Chance (auch mehrere), aber ob das der Großteil der „Forever-Fans“ auch so sieht, wage ich zu bezweifeln.
Das ist meine Meinung. In diese Richtung bewegen wir uns. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren [Popcorn]