Ich sehe das Ganze mittlerweile relativ einfach.
Ich würde Allard einfach machen lassen. So richtig konsequent, ohne dieses typische „ja eh, aber den einen bitte noch halten und um den anderen wäre schade“. Wenn er eine klare Idee hat, dann soll er sich auch die Spieler holen, die dazu passen und alle anderen eben gehen lassen. Auch wenn’s unpopulär ist oder auf den ersten Blick nach „Qualitätsverlust“ aussieht.
Weil ganz ehrlich: Was bringt dir ein teurer Name, wenn er im System herumirrt wie ein Tourist am Villacher Hauptplatz ohne Google Maps? Dann hast du zwar auf dem Papier Qualität, aber auf dem Eis passt’s hinten und vorne nicht zusammen.
Der Abgang von Lindner passt für mich da eigentlich ins Bild. Klar, kann man bedauern oder sportlich diskutieren – aber ich sehe das weniger als Einzelfall, sondern eher als Teil eines Prozesses. Wenn du neu ausrichten willst, dann gehören solche Entscheidungen halt dazu.
Und genau da bin ich auch beim Thema Vertragstreue. Da regen sich viele auf, was auch verständlich ist, weil man sich als Fan natürlich wünscht, dass ein Vertrag auch wirklich etwas bedeutet. Aber vielleicht ist die Sache auch ganz banal: Vielleicht passen manche Spieler mit Vertrag schlicht nicht in das, was Allard spielen lassen will. Oder – und das ist mindestens genauso wahrscheinlich, sie können oder wollen sich mit der strengeren Gangart nicht anfreunden. Wenn du als Trainer mehr Fokus auf Fitness, Intensität und Disziplin legst, dann wird es immer Spieler geben, die sagen: „Danke, aber das ist mir ein bisschen zu viel Profi und ein bisschen zu wenig gemütliches Eishockey.“
Und dann ist die Trennung halt manchmal für beide Seiten die angenehmere Lösung.
Natürlich kann man das romantischer sehen und sagen „früher hat man Verträge noch eingehalten“. Heute schaut’s halt eher so aus: Vertrag gilt, solange er für beide Seiten passt. Wenn nicht, findet man meistens relativ schnell einen Weg auseinanderzugehen – offiziell oder inoffiziell.
Beim Thema Allard und Fitness denke ich mir auch: Entweder du ziehst das durch oder du lässt es bleiben. Dieses Halb-Halb bringt nichts. Wenn du dich für eine klar härtere Linie entscheidest, dann brauchst du halt auch Spieler, die das mitgehen können und wollen. Sonst wunderst du dich am Ende wieder, warum es nicht aufgeht.
Für mich ist das Ganze deshalb ziemlich simpel:
Lasst Allard seinen Kader bauen, lasst ihn seine Linie durchziehen – und dann schauen wir uns am Ende an, was dabei rauskommt.
Weil ganz egal, wie viele Seiten wir hier noch füllen: Am Schluss zählt nicht, wer im Mai angeblich falsch abgegeben oder unbedingt hätte gehalten werden müssen.
Am Schluss zählt genau eine Sache: Ob die Mannschaft funktioniert.
Und wenn sie funktioniert, war sowieso alles ein genialer Masterplan.
Wenn nicht, dann wissen wir eh wieder alle genau, was man hätte anders machen müssen – im Nachhinein sind wir hier ja unschlagbar